Hilfe: Welpe im Haus!
   Vor lauter Entzücken auch schon die ersten dicksten Hunde gemacht? Immer wieder. Erwachsene  
 Menschen geraten in Panik, wenn der neue vierbeinige Bonsai-Mitbewohner Schwung in die Bude  
 bringt - seinen tierischen, hundsgemeinen. Der folgende Text ist der Versuch einer           
 biologische Anleitungen zum gegenseitigen Glücklichsein.                                     
                                                                                               
 Sie trugen drei Jahre lang Windeln, sonst hätten Sie längst einen neuen Teppichboden. Oder   
 waren Sie schon mit zwei Jahren erwachsen? Es ist anstrengend wie lehrreich, junges Leben    
 aufzuziehen. Wie einen Welpen. Wer sich dessen nicht bewusst ist, möge sich einen weisen     
 alten Hund zulegen. Oder ganz auf einen verzichten. Wer einen Putzfimmel hat oder ganz       
 "wertvolle" Gegenstände in seiner Edelwohnung liebt - ebenso. Dabei könnte man selbst von    
 einem Welpen angewandte Sozialkunde lernen. Wie macht ein verantwortungsvoller Hundefreund   
 sich halbwegs verständlich, wie lehrt man dem Welpen die neue Hausordnung? Mit hundsgemeiner 
 Biologie.                                                                                    
                                                                                                
 Das richtige Abgabealter gibt es nicht, Nur Anhaltspunkte. Natürlich gibt es ein Alter, vor  
 dem Welpen nie und nimmer abgegeben werden dürfen, es sei denn aus Tierschutzgründen. Die    
 Regel ist eine biologische: Wenn die Mutterhündin beginnt, die Welpen von der eigenen        
 Milchbar abzusetzen, und wenn die Welpen schon mal ihre eigenen Wege gehen, sich also        
 selbstständig machen. Das ist in der Regel frühestens ab der siebten Lebenswoche der Fall,   
 meist ab der achten. Niemals vor der siebten Woche! Das wäre Tierquälerei!                   
                                                                                               
 Die andere Grenze, in der die Welpen ihre neuen Eltern, Präger und Rudelgenossen finden      
 sollten, ist die vor dem dritten Monat. Denn hier endet schon die wichtigste Kernprägephase, 
 wo sie am schnellsten ihren Charakter und grundlegenden Erfahrungen intus bekommen. Es gibt  
 Arbeitszuchten, die früher selbstständig werden als die modernen Haushunderassen. Dies gilt  
 es im Sonderfall zu berücksichtigen. Meine neue Herdenschutzhündin war ein solcher Fall. Sie 
 machte sich - mit einem grossen und mächtigen jungen Kangal-Rüden als Anstandswauwau, schon  
 ab der sechsten Lebenswoche mal geradewegs aus dem Welpenlager davon. Ihre Mutter hatte      
 Vertrauen in den liebevollen Welpensitter. Anima war die erste an den Zitzen der Mutter, sie 
 bewies auch in den ersten Tagen den stärksten Überlebenswillen (Biotonus genannt; damit war  
 sie "mein").                                                                                 
                                                                                                
 Da ich unbedingt wieder eine Hündin zu meinem damals sechsjährigen Rüden (anderer Typ) haben 
 wollte, und ich eine selbstbewusste, "freche" bevorzuge, habe ich die richtige Wahl für      
 meinen Rüden und mich getroffen.                                                             
                                                                                              
   Anderen Menschen, die vielleicht noch kleine Kinder haben, oder nicht sehr hundeerfahren     
 sind, würde ich zu einem weniger Durchsetzungsvermögen erfordernden Charakter raten.         
 Hündinnen sind in der Regel etwas "durchlässiger" als Rüden. Aber es ist nur eine Regel.     
 Meine beiden Hündinnen waren immer Führungsnaturen. Ich bevorzuge selbstbewusste Hunde. Auch 
 meine Rüde ist so. Ich habe aber nie Schwierigkeiten mit einer etwaigen Dominanz mir         
 gegenüber gehabt. Das präge ich bereits in den ersten Tagen und Wochen. Später muss ich diese
 Herausforderungen nur noch korrigieren. Und es gibt keine dominanteren, selbstbewussteren    
 Hunde als normal aufgewachsene Herdenschutzhunde. Anderen Leuten, die weniger Erfahrungen    
 haben, die Neulinge sind, würde ich zu einem leichtführigen, höchstens mittelgrossen Hund    
 raten.                                                                                       
                                                                                               
 Die Vorbereitung zum Abholen                                                                 
 Der Welpe bekommt beim letzten Besuch eine, seine künftige Liegedecke beim Züchter           
 hinterlassen, damit sich der Kleine, durchaus der ganze Wurf, geruchsmässig verewigen kann   
 und vertraute Gerüche hinterlässt. Der Welpe wird mindestens drei Stunden vorher nicht mehr  
 gefüttert, eine Stunde vorher kein Wasser mehr, damit er sich im Auto nicht gleich in die    
 Hosen machen muss, was Stress verursacht. Er muss sich vor Antritt der Fahrt entleert haben  
 können. Ein guter Züchter gewöhnt den Wurf oder einzelne Welpen schon vorher an das          
 Autofahren und sogar an eine leichte Leine. Und einen Futterplan mit Übergangs-Rationen gibt 
 er auch mit.                                                                                 
                                                                                              
   Der Transport, die Gewöhnung ans Auto und den neuen Aufenthaltsplatz im Auto                 
                                                                                              
 Ausgiebig und in aller Ruhe das Auto "zeigen", also beschnuppern lassen, mit ruhigen         
 Kommentaren begleiten, damit der Welpe Vertrauen fast zu dem Ding, in dem er gleich eine     
 zeitlang verbringen muss. Er darf dabei aber nicht ein einziges Mal in den Sitzraum der      
 menschlichen Passagiere, damit er sich nicht umgewöhnen muss an seinen ständigen und einzig  
 richtigen, nämlich vor Aufprall und Stürzen sicheren Platz. Nicht nur wegen der              
 Hunde-Haftpflichtversicherung. Dazu nimmt man beim letzten Besuch des Züchters eine Decke    
 mit, in der er dann beim Einsteigen in den Hundeplatz seinen vertrauten Geruch wiederfindet. 
 Alles soll dazu dienen, ihm den völlig neuen Aufenthalt angenehm zu machen. Damit er künftig 
 gern Auto fährt und dies nicht als Stress empfindet.                                         
                                                                                               
 Es ist etwas anderes, den gesamten Wurf, womöglich mit Mutterhündin, ans Autofahren zu       
 gewöhnen, und meist mit einem anderen Auto mit eben anderen Gerüchen und Geräuschen, als ihn 
 mutterseelenallein hinten herumtorkeln zu lassen. Das Alleinbleiben im Auto muss er auch erst
 lernen, durch sanfte und stete Gewöhnung.                                                    
                                                                                               
 Fein heraus ist, wer einen zweiten autogewöhnten und eben erfahrenen Hund als Unterstützung  
 dabei hat. Ich habe es bei meiner neuen Welpenhündin gemerkt: Allein ein Horror, mit dem     
 Rüden (fast) ein Vergnügen. Haben Sie keinen zweiten? Leihen Sie sich eine normale Hündin aus
 dem Freundeskreis. Rent-a-female.                                                            
                                                                                               
 Immer zu zweit abholen. Denn nun steigt eine Person zu ihm in den Laderaum, und kann ihn so  
 beschäftigen/ablenken. Dann erst wird der Wagen angelassen. Er muss sich auch an diese neuen 
 Geräusche und Gerüche gewöhnen. Die Ablenkung einer Person hilft dem Welpen, in keine Panik  
 zu verfallen, wenn sich seine neue Hundehütte bewegt. Und gleich in die erste Kurve. Er wird 
 bald lernen, sich dagegen zu stemmen. Profis ahnen sogar den Kurvenverlauf voraus (weil sie  
 immer auf den Verkehr nach vorn gucken) und stellen sich drauf ein.)                         
                                                                                               
 Gewöhnung ist alles. Das erste Ziel, bei dem das Auto anhält und er raus darf, das wird er   
 sich als angenehm oder unangenehm einprägen: Sie haben die Wahl zwischen Wald, Wiesenblumen  
 oder dem antiseptischen Geruch der Tierarzt-Praxis oder den Benzindüften und Glasscherben auf
 Autobahn-Raststätten.                                                                        
                                                                                               
 Die Fahrt, die Pausen und das Ziel                                                           
 Künftig wird der Pilot (der kein Angeber und kein Anfänger sein darf) fahren wie mit einem   
 Krankentransporter, soll der Hund Autofahren nicht zum Kotzen finden. Also ruckfrei, keine   
 überflüssigen Beschleunigungs- und Notbremsungsmanöver. Pferdetransport-Gespann-Fahrer wissen
 dies. Tiere müssen sich auf dieses Verhalten erst gewöhnen, wie Sie bei der ersten           
 Fahrstunde. Dehnen Sie die erste Etappe nicht über eine Stunde hinaus. Nichts ist            
 rückfälliger, als das Wasserlassen und gar den ersten Durchfall im Auto zu haben. Dem Welpen,
 der von seiner Mutter ständig entsorgt wurde und sein Lager sauber hielt, ist das "peinlich".
 Er fühlt sich unwohl im eigenen Dreck. Also frühzeitig in ein entlegenes Waldstück oder eine 
 Wiese, ohne jegliche Ablenkung oder gar Picknick-Glasscheiben am Boden, ohne Gestank einer   
 Tankstelle; sondern richtig angenehm.                                                        
                                                                                               
 Der Welpe wird noch im Auto angeleint! Sonst gibt es den ersten Stress mit Geschrei und der  
 Welpe flitzt davon! Also genau das, was in der Erziehung für einen Monat zurückwirft. Alle   
 Anfangsfehler gleich in einer halben Stunde. Vielleicht sitzt er sogar ab, reiner Zufall,    
 während Sie ihn mit ruhigen Worten geduldig und ohne Gezerre anleinen. Dann loben Sie ihn    
 gleich dazu. Das Halsband darf nicht über den Kopf rutschen! Es soll ihn natürlich auch nicht
 würgen. Nicht unkontrolliert springen lassen, sondern herausheben, wenn die Ladekantenhöhe   
 des Autos höher ist als er selbst. Also meist. Denn sein Knochenbau und seinen Bänder und    
 Sehnen sind noch alles andere als stark genug, um solche Sprünge ohne späteren Schaden zu    
 überstehen. Dann sofort auf den Boden setzen!                                                
                                                                                               
 Ziehen Sie ihn von Anfang an nie! Und vor allem darf nicht jeder an ihm dran herumzerren! Nun
 lassen Sie ihm die Zeit, sich umzusehen und zu schnuppern, keine Eile! Kein Stress. Unter    
 Stress kann niemand sein Geschäft verrichten. Oder er wird gleich zu Anfang ein nervöser Typ.
 Passen Sie auf, wohin er latscht und riecht! Bei Hundekot mit Verbotshörzeichen "Nein"       
 wegziehen, aber nur kurz. Dann die Leine wieder locker lassen, damit ihm die Leine nicht als 
 Folterinstrument bekannt wird. Eine angespannte Leine spannt den Hund an, eine lockere macht 
 den Hund locker.                                                                             
 Die Leine ist nämlich die Verlängerung von Ihnen.                                            
 Dann wieder reinheben. Die meisten Autos, beziehungsweise der Ladekantenhöhe sind noch Gift  
 für den jungen Muskel- und Knochenbau. Er schafft es sowieso nicht. Er soll sich auch beim   
 Reinklettern nicht gleich verletzen. Wäre wieder ein Rückschlag bis zu dem Zeitpunkt, wo sie 
 glauben, er packt es, er will selber rein. Drinnen wieder loben, vielleicht ein Leckerle als 
 Belohnung. Und dann die Heckklappe zuschlagen, damit seine Rute gequetscht wird? Aha. Ruhig  
 und sicher zudrücken, währenddessen den Hund beruhigen, denn diese Klappe ist für ihn so     
 gewaltig, wie es ein Riesenzugtor einer mittelalterlichen Burg für sie als Kind wäre.        
                                                                                               
 Zu Hause werden keine Besuche empfangen, auch und vor allem nicht der Kindergarten der       
 Nachbarn oder verknuddelnde Tanten und nicht der Hund des Nachbarn. Der junge Hund ist       
 sowieso gestresst. Zu viel Informationen an diesem Tag. Ruhe! Er muss sofort auf sein neues  
 Klo geführt werden! Damit da nicht gleich das nächste Zuordnungsproblem auftaucht und sich   
 niederlässt. In seinem Garten darf er dann schnüffeln, bis ihm die Luft ausgeht. Sein Revier!
 Passen Sie auf seine unruhigen Beschnupperungen am Boden auf. Er sucht. Er sucht seine       
 Duftmarken und die seiner Welpengeschwister oder seiner Mutter. Dieses Hinweisschild "Hier   
 ist Euer Klo" ist aber nicht da. Alles klinisch rein. Er muss aber dringend. Beruhigen Sie   
 ihn mit ein paar Worten, womit aber kein nervöses Zuquatschen gemeint ist. Dann, wenn er sich
 krümmt, oder sich mit dem Heck ablässt, dann loben Sie ihn mit Worten über den - grün        
 gewesenen - Klee und streicheln ihn. Er weiss dann, so etwa nach fünf, sechs Tagen der       
 konsequenten Wiederholung, und nach korrigierenden Rückschlägen, hier ist mein Klo, hier darf
 ich es machen. Es liegt an Ihrer Konsequenz, wie schnell Sie und Ihre Familienmitglieder das 
 hinkriegen. 

Sagen Sie nie: der Hund macht hin, wo er will! Ihm wurde ein neues Klo vor die   
 Tür gesetzt.                                                                                 
                                                                                               
 Er lernt schneller, als Sie glauben, wenn Sie es ihm logisch zeigen. Er wird nie gestraft,   
 wenn es nicht gleich klappt, oder wenn er sich im Spiel vergisst. Das tun viele Welpen noch -
 wie auch Menschenkinder. Aber die haben Windeln haben - schon vergessen? Wenn er am falschen 
 Ort ansetzt, sofort am Kragen hochnehmen, dann tritt eine biologisch-automatische Tragestarre
 ein, damit er sich nicht durch Zappeln verletzt, und ein deutliches, also kein gutgemeintes  
 "Nein" dazu, damit er sich dieses Verbots-Hörzeichen gleich einprägt. Dann wird er auf sein  
 Freiluft-Klo geführt, dort wird gewartet, bis er ansetzt, das Wasser zu lassen, dann wird er 
 gelobt. So ist es logisch.                                                                   
                                                                                               
 Und wenn es doch mal passiert, und das wird es, nie schütteln, das versteht der Welpe als    
 totschütteln. Und das wollten Sie nicht, oder? Setzen Sie ihn dorthin ab, wo er machen soll. 
 Bei Erfolg loben. So prägt er sich das ein.                                                  
                                                                                               
 Pfützen und Festeres werden danach mit ungiftigen Geruchsneutralisierern gereinigt. Er soll  
 seinen Geruch hier nicht wiedererkennen. Denn dies würde bedeuten, hier war mein Klo, hier   
 darf ich es.                                                                                 
                                                                                              
 Wiederholung und Konsequenz machen den Erfolg.                                               
 Und dann ist erst mal Ruhe, wenn er seinen Rückzugsplatz gefunden hat. Schliesslich sind Sie 
 nun auch fix und foxi. Im Übrigen wird der Hund, und sei er noch so niedlich, ausser dem     
 Blitztransport zum richtigen Hundeklo, nie getragen! Er ist ein Lauftier und nicht krank! Nur
 ins Auto, anfangs keine Treppen, vor allem keine glatten und durchsichtigen, da kann er auf  
 den Arm genommen werden.                                                                     
                                                                                              
 Aber wie richtig tragen? Eine Hand unter den Brustkorb und Hals, die andere unter das Gesäss 
 schieben. Kinder tragen den Hund nicht, denn sie könnten ihn fallen lassen. Nicht, dass sie  
 der Hund was täte, aber es macht ihm das Tragen nicht angenehmer. Er ist kein Teddybär, kein 
 Spielzeug!                                                                                   
                                                                                               
 Die wichtige Prägephase gilt für alle jungen Hunde zwischen der fünften und zwölften         
 Lebenswoche. Man nehme daher bitte auch den entzückendsten Welpen ernst - und nicht als      
 Ersatzbaby.                                                                                  
                                                                                               
 Das missverstandene "Sauberkriegen"                                                          
 Ich zitiere einen ganz einfachen, aber sehr bündigen Passus aus dem 1975 erschienenen Buch   
 "Der unverstandene Hund" von Tierarzt Dr. Ferdinand Brunner im Kapitel "Schwierigkeiten mit  
 der Stubenreinheit und deren plötzlicher Verlust": "Wenn man das Pech hat, ausgerechnet zur  
 unwirtlichen Herbst- oder Winterszeit einen jungen Hund zu bekommen, dann sind die           
 Schwierigkeiten mit dem Stubenreinwerden besonders gross. Begreiflich, denn wie soll sich der
 Hund lösen - Schliessmuskel erschlaffen lassen - wenn er vom angenehm warmen Zimmer in das   
 rauhe, kalte Wetter ins Freie geführt werden muss. Schwierigkeiten bereiten auch Hunde, die  
 viel länger als üblich in einer Zwingeranlage gehalten wurden, ehe man sie an ihren          
 endgültigen Besitzer in einer Grosstadt verkaufte."                                          
                                                                                               
 Er muss erst sein neues Klo kennen lernen. Er muss auch lernen, dass dies nicht im Haus ist -
 für ihn. Er muss bestimmt, aber ohne Zorn, im Ansatz des unruhigen Suchens (Herumschnüffelns)
 am Boden nach dem vermeintlich richtigen Ablass-Ort scharf beobachtet ( Vorsicht! Das geht   
 ganz schnelll!) und beim Absenken des Hinterteils, bevor er Wasser lässt, mit einem          
 Verbotshörzeichen "Nein" aufgehoben und an seinen künftigen Bestimmungsort gehievt werden.   
 Dort wird gewartet, und zwar stressfrei und kommentarlos, dass er dort sein Geschäft         
 verrichtet. Tut er es, wird er über den grünen Klee gelobt. Dies muss konsequent mehrmals    
 geübt werden.                                                                                
                                                                                              
 Zum Vergleich: Kleinkinder tragen drei Jahre lang eine Windel. Und Hunde sind vom natürlichen
 Wurflager aus reinliche Tiere. Die Mutter reinigt sie und beseitigt den festen Stoffwechsel. 
 Dann kommt die völlig neue Situation und die völlig neue Hausordnung.                        
                                                                                               
 Hunger, Müdigkeit oder Spiel, alles auf einmal                                               
 Anstrengend, das alles, was wir ihm zumuten. Er hat sich das alles nicht ausgesucht, sondern 
 wir ihn! Also machen wir es ihm angenehm. Aber nicht bequem. Er muss nun in den nächsten     
 Wochen die neue Hausordnung kennenlernen. Er wird sich es bequem machen wollen.              
                                                                                               
 Zunächst hat er aber einfach einen Bärenhunger. Es sei denn, Sie haben ihn schon so          
 gestresst, dass ihm das Fressen vergangen ist. Oder er ist zu müde. Erst mal ne Runde poofen.
 Sie geben ihm in seine Schüssel die Portion, die Ihnen der Züchter als Übergangsration       
 aufgeschrieben hat. Und zunächst dasselbe Futter. Da gibt es grosse Unterschiede, und jeder  
 weiss es noch besser. Fragen Sie einfach den Tierarzt. Wenn Sie wechseln wollen, machen Sie  
 dies nicht auf einmal, sondern setzen vom neuen Futter immer ein bisschen mehr zu, damit sich
 sein Magen und seine Nase umstellt.                                                          
                                                                                               
 Dabei werden auch noch viele alte Zöpfe gepredigt. Knochen und Milch sind tabu. Im Zweifel   
 den Tierarzt fragen. Auch für die Aufzucht der Welpen sollte in keinem Fall mehr als 28      
 Prozent Rohproteinen gegeben werden. Immer mehr Hersteller begreifen, dass hier nicht viel   
 gleich gesund ist. Es gibt beim benötigten Calcium-Haushalt eine Über- und eine              
 Unterversorgung. Knochen verstopfen erstens nur, zweitens ist das keine Mahlzeit, wie man    
 heute besser weiss, drittens sind seine zwar spitzen, aber weichen Zähne nicht für solche    
 Dinger geschaffen. Erst wenn sie gewechselt sind und fest sitzen sollen, dann braucht er     
 Nageersatz in Form von Büffelhautknochen. Vorher braucht er andere verdauliche Gegenstände,  
 an denen er herumnagen kann - statt an Händen, antiken Möbelfüssen, Handbesen oder giftigen  
 Putzmittelflaschen. Oder Schuhe. Alle für ihn erreichbaren Haushalts-Reinigungsmittel sind   
 sicherzustellen. An den spitzen Zähnen darf sich auch nichts einhängen oder daran gezogen    
 werden, das gibt eine Fehlstellung des Gebisses, wenn nicht gar ein Zahn rausreisst.         
                                                                                              
 Wo hinlegen, wo schlafen, wo sind seine Geschwister?                                         
 Das wird ein Drama: Irgendwann wird der Kleine seine Geschwister vermissen, nachdem er müde  
 geworden ist. Er sucht die Körperwärme seiner Geschwister. Aber wo hinlegen? Legen Sie sich  
 zu ihm auf den Boden, oder besser gleich auf seinen zugfreien, nicht an den                  
 vielfrequentierten Plätzen, sondern an seinem Rückzugsraum. Das kann für die ersten Tage zur 
 Eingewöhnung ein Platz neben Ihrem Bett sein.                                                
                                                                                                
 Nie im Bett! Das Bett, überhaupt Ihre Plätze sind für den Welpen von Anfang an tabu. In einer
 intakten Hundefamilie würde sich ein rangniederer Hund nie erlauben, sich auch nur entfernt  
 in die Nähe des Rudelführers zu legen. Wenn, dann lässt sich schon mal der Rudelführer zu ihm
 hernieder. Aber nur als Fürsorglichkeit. Der Hund will auch nicht auf oder ins Bett, sondern 
 auf den Rang (Thron) des Bosses. Ob das ein warmes Bett ist, ist ihm zunächst egal. Die      
 meisten Leute lügen sich an, wenn sie glauben, der Hund wolle zu Ihnen. Nein, der will nur   
 das, was er kriegen kann. Also, runter vom Bett. Und wenn es 20mal sein muss. Er ist         
 hartnäckig. Aber er darf am Bett schlafen, wenigstens für die erste Nacht. Weil ihm die      
 Sehnsucht zu seinen Geschwistern zum Heulen ist. Das ist Gruppenkontaktheulen. Eine soziale  
 Singstunde. Er braucht Körperkontakt.                                                        
                                                                                               
 Ich habe meine Akbash-Hündin nicht in ihr neben meinem Bett bereit gestellten Körbchen (es   
 tut auch eine nicht zu flauschige Decke) gelegt, als nach dem letzten Entleeren Schlaf       
 angesagt war - sie ging selber rein. Sie brauchte etwa eine Stunde, bis sie die richtige     
 Schlafposition fand. Ich hielt ihr eine Hand von mir hin, damit sie Kontakt halten kann. Ich 
 ersetzte also leidlich den Kontakt zu ihren verlorenen Geschwistern. Ich weiss nicht, ob ich 
 oder sie eher eingeschlafen bin. Ich vermute: sie. Das Riesenbaby legte sich noch mit vier   
 Monaten ins Körbchen, obwohl sie ihre langen Haxen nicht mehr unterbringen konnte. Da ging   
 sie endlich raus aus dem Kinderbett und legte sich auf die Decke.                            
                                                                                              
                                                                                              
 Will der Welpe raus und rauf auf das Bett - also zu Ihnen - dann hilft nur eiserne, geradezu 
 ermüdende Konsequenz: "Nein". Runter, Hand auf den warmen kleinen Körper legen, über die     
 Kruppe oder noch besser mit dem Finger leicht und zart über die Stirn (Jargon: Stop)         
 streichen. Das beruhigt. Ihre Hand schläft ein. Alles ist gut.                               
                                                                                                
 Die neue Hündin bestieg einmal dieses Körbchen. Und nie wieder. Sie jammerte auch nicht nach 
 ihren Geschwistern. Sie zog es vor, auf grossen Decken zu schlafen. Jeder ist halt anders.   
 Auch beim Schlafen.                                                                          
                                                                                              
  Fress- und Tischsitten                                                                       
                                                                                              
 Auch wenn dies in den entsprechenden Kapiteln bereits behandelt wurde: es ist von grosser    
 erzieherischer Wirkung, wenn man gewisse Hausordnungen von Anfang an festlegt, und nur bei   
 eigenen Fehlern korrigiert. Hunde sind Gewohnheitstiere, sie lieben feste Ordnungen. Und     
 Welpen brauchen gewissen Ordnungen, schon, um ihren Stoffwechsel kontinuierlich aufzubauen.  
 Und der Halter hat nach dem ersten Stress - wann frisst er, wann pinkelt er, wann kackt er   
 (immer und immer dann, wenn Sie es nicht erwarten...) - langsam die Zeiten im Griff, er lernt
 den Welpen beim Wichtigsten kennen. Fressen, Verdauen und Entleeren. Der Hund hat seinen von 
 Anfang an ungestörten Platz, wo die Fress- und seine stets mit frischem Wasser gefüllte      
 Schüssel steht. Dort, während des Fressens darf er nur zur Erziehungskontrolle des           
 Rudelbosses (Sie und Ihr Lebenspartner, nicht aber Kinder!) "gestört" werden, damit er sich  
 daran gewöhnt, dass er Vertrauen aufbaut (ihm keiner die Beute wegnimmt) und daher nicht zu  
 knurren hat. Sonst wird er in Ruhe gelassen.                                                 
                                                                                              
  Nachdem er aufgehört hat, seine Ration zu fressen, gibt man ihm noch zehn Minuten Frist, dann
 wird die Schüssel geleert. Keine Ausnahme. Nur so gewöhnt er sich das Nachfassen oder        
 Schlecken über zig Stunden ab, so gewöhnen Sie ihn daran, das Sie sich auf seinen            
 Stoffwechsel-Rhythmus einrichten können. Er soll ungestört, aber zügig seine Portion fressen.
                                                                                               
 Wie viel? Anfänger, die das richtige Mass nicht im Gefühl haben können, verlassen sich auf   
 die Ratschläge des Züchters oder Tierheimpersonals, wiegen von mir aus die Portionen ab. Ich 
 habe es in der Hand, ich gehe nach Gefühl. Wenn meine Hunde, die meist las                   
 Arbeitshundezuchten nie Fressnotoriker sind, auch als Welpen immer aufhörten, wenn sie satt  
 waren, wenn die Welpen aufhören zu fressen, haben sie genug. Mit der erwähnten Schonfrist.   
 Basta mit der Pasta. Nicht nur bei Welpen besteht die Gefahr bei Feuchtfutter in warmer      
 Jahreszeit oder überheizten Wohnungen, wenn es nicht nach dem Fressen entsorgt wird, dass    
 sich im kleinen Magen durch das komfortabel gemachte Schlingen und durch das Verderben des   
 Futters Gase bilden und den Bauch aufblähen. Kann auch bei aufgeweichtem Trockenfutter       
 passieren, das im Magen wie ein hefe-ähnlich aufgehendes Konzentrat wirkt. Die Gefahr einer  
 Magendrehung droht. Ich gebe ihnen Trockenfertigfutter aus schwedischer Herstellung, damit   
 sie geduldig beissen und nicht schlingen. Andere mögen die zahnbelagputzende Brocken, die in 
 der Grösse zum Welpen passen sollten, ein wenig einweichen. Aber da werden sie eher zum      
 Schlingen verführt. Man kann es nach den Eigenschaften des Hundes entscheiden.               
                                                                                                
 Danach werden sie sofort auf ihre Stoffwechselplätze geführt, wenn sie es nicht schon selber 
 tun. Beim Stoffwechsel gelobt, wenn sie es dort tun, wo Sie es als Halter das neue Hundeklo  
 für richtig halten. Der neue Welpe muss dies ja wissen und gezeigt bekommen. Hunde sind      
 saubere Wesen, sie beschmutzen ihr Nest nur, wenn der Mensch ihnen andere Möglichkeiten      
 versperrt. Danach ruhen meine Welpen oder sie bewegen sich normal.                           
                                                                                                
 Ich höre immer wieder diese Hysteriker oder Theoretiker, die schreiben, dass Welpen nach dem 
 Fressen drei Stunden ruhen sollten. Werden die mit Valium gefüttert? Oder fressen sie sich   
 wie Idioten den Wanst voll, dass man Angst haben muss, sie bekämen beim ersten Hopser eine   
 Magendrehung? Die oft tödlich verlaufende Magendrehung hat meist ganz andere Ursachen. Aber  
 die Welpen dürfen nie und nimmer nach dem Fressen zu Leistungen aufgefordert werden. Leider  
 muss man immer wieder beobachten, dass diese jungen Hunde mit sich besser umgehen (es besser 
 wissen) als manche Erwachsene mit ihrem untrainierten Körper.                                
                                                                                              
                                                                                              
 Ich füttere meine mindestens mittelgrossen Hunde vom Abgabealter bis zum nach dem            
 Milchzahnwechsel (meist zum fünften Monat) mit maximal 25 Prozent Rohproteinen, alles andere 
 ist fast schon ungesund, vor allem überholte Ansicht. Die Tagesration verteile ich           
 gleichmässig auf drei Rationen.                                                              
                                                                                              
                                                                                              
 Ab dem Zahnwechsel (endlich keine zerschundenen Hände und Hosen und Hemden mehr ...) bekommen
 sie ihre angepassten Rationen auf zweimal täglich verteilt. Ab einem guten Lebensjahr nur    
 noch einmal. Bei extrem kleinen und extrem grossen oder schweren wie empfindlichen Rassen    
 muss man bei erwachsenen Hunden immer zwei Rationen täglich geben.                           
                                                                                              
                                                                                              
 Vor Zusatzmitteln würde ich abraten. Es sind nur Überversorgungen, die nicht selten ungesund 
 sind. Und sie bewirken nichts, kosten nur viel Geld. Ich spare nicht am Futter, aber das     
 Teuerste ist noch lange nicht das beste. Das Billigste ist freilich oft das Teuerste, weil   
 auf diese Rechnung meist noch die dann erforderliche Tierarzt-Behandlung draufschlägt. Wie   
 auch immer Erfahrungen aussehen: Das richtige Mass zu finden ist leicht, Übertreibungen sind 
 eher schädlich.                                                                              
                                                                                              
                                                                                              
 Und das richtige Mass des Gewichts möge man nicht von seiner eigenen eventuellen             
 Übergewichtigkeit auf den eigenen Hund übertragen, mitgefressen, mitgelitten. Zwei Drittel   
 aller Hunde sind übergewichtig. Wie ihre Halter. Lieber schlank halten, da lebt der Hund     
 länger, er belastet seine Gelenke nicht so schwer. Sonst freut sich der Tierarzt.            
                                                                                              
                                                                                              
 Fühlen Sie über die Flanke ihres Hundes. Wenn Sie die Rippen spüren, hat er das richtige     
 Mass. Und nochmal: Gut gemeint ist oft schlecht getan. Gerade auf dem Ernährungssektor. Für  
 den Rest lesen Sie bitte das entsprechende Kapitel "Ernährung" halt ernährungsbewusster. Sie 
 dürfen nur nicht Ihre Gewohnheiten und Ansichten auf Hunde übertragen. Ein Hund ist ein Hund 
 ist ein Hund. Auch was seine Ernährung betrifft. Dass sie der Werbung nicht glauben müssen,  
 das empfehle ich Ihnen aber gerne. Sie glauben doch sonst auch nicht alles. Noch einen drauf,
 mit vollfetter Absicht, denn ich kenne das Problem der gemästeten Hunde aus eigensüchtiger   
 "Tierliebe", die nur durch den kranken Magen des Hundes geht: Haben Sie schon mal einen      
 fetten Wolf gesehen - auch nur im Fernsehen? Oder einen Hund bei der Arbeit?                 
                                                                                              
                                                                                              
 Dass Fressen nur in der Hundeschüssel stattfindet, ist hundelogisch. Sonst erzieht man sie zu
 Bettlern. Es braucht nur eine Ausnahme. Denn der Hund ist streng und konsequent. Er lauert   
 auf seine Gelegenheit, wartet wie ein Jäger. Und wenn doch was runterfällt, manche Menschen  
 sind da irre selbstbelügend, dann hat er gewonnen. Merken Sie was, wie das geht, wer da wen  
 "erzieht"? Sie werden verlieren, aber bemühen Sie sich und sagen Sie nie zu Ihrem Hund: Du   
 Bettler! Es wäre eine völlig falsche Berufsbezeichnung: Er nimmt sich nur, was er kriegen    
 kann. Da fängt er als ganz Kleiner an.                                                       
                                                                                              
                                                                                              
 Der erste Ausgang und die Überforderung                                                      
 Ruhig spazieren gehen ist was anderes. Aber niemals Stress ausüben. Lassen Sie ihn neugierig 
 sein. Lassen Sie ihn unten laufen, da, wo er hingehört. Und Kontakt aufnehmen zu anderen     
 Hunden, wenn Sie deren Halter als sozial kennen! Schlechte Erfahrungen wird man nicht        
 vermeiden können, soll man auch nicht, aber nicht gerade den guten vorziehen. Die ersten     
 Spaziergänge sollten eine Viertelstunde nie überschreiten. Überforderung ist                 
 krankheitsfördernd. Konnten Sie mit - sagen wir mal - einem Jahr schon einen 5 000-Meter-Lauf
 hinlegen?                                                                                    
                                                                                              
                                                                                              
 Welpen schlafen in den ersten Wochen noch viel. Aber nie so viel, dass Sie nicht restlos     
 bedient sein würden. Aber ihn in seinem körperlichen und psychischen Wachstum entwickeln zu  
 sehen, ist ein Vergnügen, das nicht zu ersetzen ist und viel zu schnell vor sich geht. Sie   
 haben die Entwicklung, was aus ihm wird, in der Hand. Sie übernehmen den acht bis zehn Wochen
 alten Welpen, sofern er schon beim Züchter verantwortungsvoll auf Menschen und Umgebung      
 geprägt wurde, für weitere zwei Wochen in der entscheidenden Prägephase. Nützen Sie diese    
 Zeit. Zeigen Sie ihm seine und Ihre Umwelt. So wird er mit Ihnen selbstsicher. Unnötig zu    
 sagen, dass man für die Eingewöhnung des Welpen ohnehin Urlaub nimmt. Denn diese Zeit ist    
 erstens Aktiv-Urlaub und zweitens ein Gewinn für die spätere Entwicklung. Wer jedoch zu wenig
 Zeit für einen Hund hat, und es kommt nie auf die Körpergrösse des Hundes an, der möge       
 Tierfreund bleiben und so lange auf einen verzichten.                                        
                                                                                              
                                                                                              
 Er will lernen - mit Ihnen                                                                   
 Besuchen Sie mit ihm eine Welpenschule. Er lernt den Sozialkontakt und vor allem die         
 Rangordnung mit anderen Hunden. Und sie lernen mit ihm. Solche Kontakte entscheiden über     
 seinen Charakter ganz erheblich, ob daraus ein Angstbeisser wird oder ein Souverän. Welpe ist
 der Hund, bis er seine Zähne wechselt, das ist je nach Entwicklung verschieden, aber meist   
 nicht vor dem vierten Monat. Spätestens zum sechsten Monat sind die spitzen Beisserchen      
 endlich ersetzt und hoffentlich vollzählig. Dann ist er kein Welpe mehr, er wird Junghund.   
 Denn dieser Beitrag war nur eine Anleitung für die ersten glücklichen, aber erschöpfenden    
 Schritte.                                                                                    
                                                                                              
                                                                                              
 Ein Hund, der nichts lernen darf, bleibt ein dummer Hund. Spielen ist ein entscheidende      
 Vorstufe. Spielen ist Lernen zum Überleben. Und spielen Sie mit ihm, lassen Sie ihn dabei    
 nicht allein, denn beim Spielen, sogar dem Anpfiff und der Beendigung, da fängt der          
 Kindergarten-Unterricht schon an. Hier zeigt es sich schon, wer der wahre Herr im Haus ist.  
 Denn die Rangordnung ist eines der wichtigsten Regeln für das streng ordnungsliebende        
 Gesellschaftstier Hund. Er muss nun in seinen Rang eingeordnet werden. Von Unterordnung      
 gleich Unterdrückung spricht niemand, der einen selbstsicheren Hund will. Nur einen devoten  
 Soldaten. Er muss die Regeln kennen lernen. Ein eingeordneter Hund ist immer auch ein        
 zufriedener.                                                                                 
                                                                                              
                                                                                              
 Man darf sich nicht davon abhalten lassen, dass er ja noch so klein und so süss sei. Er wird 
 Ihnen dann bald zeigen, was er davon hält. Er ist ja nicht doof. Wer ihn jedoch für doof     
 hält, ist selber ...                                                                         
                                                                                              
                                                                                              
 Strafen?                                                                                     
 Bitte bei Hunden nicht militant werden! Strafen kennen Tiere untereinander auch nicht. Sie   
 weisen sich und andere zurecht. Die brutalste Strafe für Hunde - vor allem für Welpen - ist  
 die Isolation von der Umwelt einschliesslich Menschen; die zweithärteste ist Trennung aus dem
 Rudel (ein-, meist ausschliesslich Menschen). Korrekturen im Hundesinne sind: Aus dem        
 Spielplatz entfernen, Überschnauzenpacken - nicht zudrücken, nur packen, wie die Hunde es    
 auch tun. Korrekte Verbotshörzeichen: "Nein!", am besten geknurrt "Nnnaaa!". Und immer       
 unmittelbar, noch besser im Ansatz der "Untat". Zu spätes "Strafen" verwirrt den Hund, er    
 verknüpft es nicht mehr mit dem Verbot.                                                      
                                                                                              
                                                                                              
 Am besten, man schaut sich das bei den Hundeeltern ab. Die können das. Wir streben doch an,  
 unseren Hund wie bei Familie Wolf zu erziehen, weil wir diese Rangstruktur in seiner         
 tierlichen Verständlichkeit bewundern. Haben Sie schon mal ein Elektroschockgerät bei einem  
 Wolf gesehen? Haben Sie schon mal gesehen, wie erwachsene Wölfe sich gegenseitig verknuddeln?
 Aber dort sprechen sie mit ihrem ganzen Körper. Sie setzen ihn ein. Das hat man uns          
 aberzogen. Lernen wir von den Hunden wieder eindeutige Körpersprache. Für sprachgestörte     
 Menschen, und das sind viele, können kommunikativ geprägte Hunde geradezu als                
 Logo-Therapeuten wirken.                                                                     
                                                                                              
                                                                                              
 Ich habe das von einer Wolfsfamilie abgeschaut, bei meinem Rüden als Welpe simuliert, und er 
 hat es als Methode übernommen und macht es so:                                               
 Sie suchen sich ein absolut begehrenswertes Teil für den Welpen. Etwas, was er verflucht     
 gerne hätte, oder was ihm als Spielzeug gerade das Liebste ist. Das nehmen Sie auf und tragen
 es so umher, dass es für den Welpen wahnsinnig interessant wird. Machen Sie das Spiel        
 hundeverständlich, ach was - machen Sie einfach den Hund und gehen auf alle Viere runter,    
 wenn es der Nachbar nicht sieht oder der Lebensgefährte. Noch besser: Sie nehmen wie eben ein
 Hunde-Rudelführer dieses Beutestück ins Maul. Das sieht dann für den Welpen aus wie im       
 richtigen Wildhundeleben. Dann lassen Sie das gute Stück fallen.                             
                                                                                              
                                                                                              
 Der Welpe, wenn nicht ganz verdattert, wird es sofort haben wollen. Da fahren Sie ihn an mit 
 einem böse geknurrten "Nnnaaa!" oder "Nnneein!" Ja nach Dialekt. Das Knurren ist dabei       
 wichtig, denn das kennt er von seiner Mutter. Jetzt fängt es jedoch erst an. Das Bestätigen  
 sie jetzt durch eine kleine Verbesserung der Lehrstunde: Sie krabbeln mit dem Teil, das Sie  
 wieder aufgenommen haben, ein paar Zentimeter weg, der Welpe schaut sehr gierig, und lassen  
 es so fallen, dass Sie wie scheinbar nachlässig mit dem Rücken zum Welpen gebückt sind. Sie  
 schauen durch ihre Beine zu ihm, was er macht. Aber er darf dies nicht als Kontrolle         
 erkennen. Er ist ja nicht blöd. Ganz versteckt. Mein Rüde hat sich dabei nicht mal umgedreht.
 Er hört ja besser.                                                                           
                                                                                              
                                                                                              
 Dann krabbeln Sie weg vom Tatort, tun so, als interessiere Sie das Ganze nicht mehr. Haben   
 aber alles unter Kontrolle. Der Welpe wird nun - viel vorsichtiger als beim ersten Versuch - 
 herankriechen. Wenn sein Hals lang wird und der Fang schon geöffnet zum wegholen des         
 Beutestücks, dann fahren Sie herum und - klar - Sie verknüpfen dies wieder mit dem           
 Verbotshörzeichen "Nein!", das später ja ohne dieses bühnenreife Stück funktionieren soll.   
 Knurren Sie, überwinden Sie sich. Es hilft nur dem Verständnis des Hundes, der Verbote nur   
 dank Knurren kennt. Im Notfall durch Schnappen. Das ersparen wir uns aber, weil es bei       
 unserem Gebiss zu lächerlich ist. Der Welpe ist vermutlich - wenn Sie es ernst genug gemeint 
 haben - unter den Tisch geflitzt. Huch! Böse. Hm. Entweder verstärken und wiederholen Sie    
 dies nochmal, oder Sie stehen auf, nehmen das Teil und - weg damit. Ende der Vorstellung.    
                                                                                              
                                                                                              
 Wichtig ist auch dies als Lehre: Sie beginnen ein Spiel mit dem Welpen, und nur Sie beenden  
 es. Damit dürfte die Rangfolge und -einordnung fürs Erste geregelt sein. Bei meinem Rüden    
 sass das bei einer Wiederholung so gut, dass er auch nach sechs Jahren niemals auch nur die  
 Rangfolge hätte in Frage stellen wollen. Ich lobe ja nur ihn...                              
                                                                                              
                                                                                              
 Spielen lernen                                                                               
 Noch einmal, auch wenn es langweilt, aber da wir Menschen kaum mehr spielen können, oder es  
 durften: Spielen ist Anleitung zum Leben - bei Wildtieren: Überleben. Spielen ist nicht bloss
 Herumalbern. Etwas spielend beigebracht zu bekommen, ist nach wie vor die beste pädagogische 
 Methode. Im Spiel kann der Welpe lernen, was zu weit geht, wer der Stärkere ist und der      
 Schwächere. Gute Pädagogen unter erwachsenen Hunden lassen es zu, dass auch mal der Welpe    
 "oben auf" ist, sie, die wirklich überlegenen, unterwerfen sich schon mal, damit der Welpe   
 selbstsicher wird. Das wird bei den meisten jungen Hunden bei schwachen Erziehern,           
 Dresseuren, heute noch falsch gemacht. Der Welpe bekommt nie das Gefühl, wie stark er sein   
 kann. So werden Angstbeisser erzogen. Aber zum Schluss eines Raufspiels müssen immer Sie als 
 "Sieger" hervorgehen. Damit klar bleibt, wer der Boss ist.                                   
                                                                                              
                                                                                              
 Mein im Rang eindeutig höher stehender Rüde, obwohl kleiner als die Hündin, wirft sich heute 
 noch im Raufspiel mit der ohnehin sehr dominanten Hündin auf den Rücken, bietet ihr die      
 Kehle, nur zum Schein, um zu zeigen: Ich kann es mir leisten, sie wird wohl noch wissen, wer 
 hier der Boss ist. Wenn sie die spielerische Schwäche ausnützen würde, würde er ihr den Frack
 versohlen. Es sind ganz einfache Spielregeln, die ein junger Hund lernen kann. Aber sie sind 
 ungeheuer konsequent und streng. Bei Hunden gibt es kein Wenn und Aber. Keine                
 Unentschiedenheit. Psychisch starke Hunde nützen jede Schwäche, die sich ihnen im Ernstfall  
 bietet, gnadenlos aus. Das wird aber bereits im Rudel unter verschieden alten Tieren erprobt.
                                                                                              
                                                                                              
 Wenn ein Welpe, wie meist der Fall, keinen erfahrenen Hund als direkten Rudelgenossen zur    
 Verfügung hat, dann müssen die menschlichen Rudelmitglieder diesen Lehrkörper darstellen. Und
 mit Körper meine ich wirklich die ausgeprägte Körpersprache, zu denen eben nur               
 gesellschaftstüchtige Tiere fähig sind. Sie müssen sich anderen mitteilen. Damit der andere  
 versteht, was gemeint ist, was man will oder nicht. Dazu gehören Bestätigung und Verbot,     
 Vermeiden und Vortäuschen (Imponieren).                                                      
                                                                                              
                                                                                              
 Fürs erste genügt, weil der überglückliche Mensch zu viel zu tun hat mit dem Glücklichsein   
 und Beobachten, dass man dem Welpen die menschlichen Hände langsam entzieht. Sie sind fortan 
 - auch wenn es schwerfällt, andererseits wiederum nicht, weil die Zähnchen ekelhaft spitz    
 sind wie bei Katzen - keine Spielzeuge mehr. Hände müssen immer etwas Gutes für den Hund     
 bedeuten. Er würde fürchterlich verwirrt, wenn ihn die Hand, die ihn versorgt, auch          
 streichelt, plötzlich zu einer Waffe würde. Hunde machen dies ehrlicher. Sie können als      
 erfahrene Tiere mit ihrem Multifunktionswerkzeug Gebiss sehr sensibel umgehen. Aber das und  
 noch viel mehr muss der Welpe erst noch lernen. Seinen Beissdrang kann man mit geeigneten    
 Spielzeugen (kein Plastik) befriedigen. Er muss sich ja nun anderweitig beschäftigen, weil   
 die Geschwister nicht mehr da sind, mit denen man sich messen kann, bei denen man Nestwärme  
 vorfindet. Sie sind für ihn nicht Welpe, sie sind Rudelführer! Wenn Sie diese Rolle abgeben, 
 wird er sie bald übernehmen, und Sie merken es später. Er nimmt sich nur, was er kriegen     
 kann. Sie fangen sofort damit an, ein Spiel anzupfeifen, und es auch zu beenden: vom Boden   
 wieder aufstehen und Spielzeug wegstellen. Sie bestimmen fortan die Regeln. So stellen Sie   
 klar, wer hier der Boss ist. (Hier dürfen Sie es endlich sein, also tun Sie es.)             
                                                                                              
                                                                                              
 Das geht alles ohne Gewalt. Haben Sie schon mal gesehen, wie ein Hund einen Welpen           
 zurechtweist? Dazu braucht er keine Zeitung, keinen Stock, sondern den Überschnauzengriff.   
 Ich habe meine Welpen auch mal über den Fang gebissen, nicht zugebissen, nur gepackt, weil   
 dies auch die Elterntiere so machen. Der Überschnauzenbiss kann später mit einem             
 Überschnauzengriff mit der Hand ersetzt werden. Das verstehen die Hunde sofort. Und ein      
 "Pfui", haben Sie das schon von einer Hundemutter gehört? Eben. Ich knurre meine Hunde heute 
 noch an, tief grollend, ich zeige meine noch vorhandenen Zähne. Die Hunde verstehen. (Sie tun
 wenigstens so.)                                                                              
                                                                                              
                                                                                              
 Seien Sie ein Souverän gegenüber ihrem Hund, spielen Sie mit ihm, aber nie gegen ihn. Höhere 
 Lebewesen lernen früh und schnell. Also keine Ausreden Ihrerseits. Sie können dem Welpen     
 schon in den ersten Tagen beibringen, dass er gemeint ist, wenn Sie seinen Namen rufen. Dazu 
 klatschen Sie in die Hände, um durch dieses Geräusch seine Aufmerksamkeit zu erregen, und als
 Signal, dass es von Ihnen ausgeht, und sagen dazu seinen Namen. Kommt er dann auch noch rein 
 zufällig zu Ihnen, verknüpfen Sie dies sofort mit einem "Hier". Wunderbar! Er hat Ihr        
 Hörzeichen mit der Umsetzung verknüpft. Die Verknüpfung zum richtigen Zeitpunkt ist das      
 Geheimnis der Ausbildung. Und wenn Sie ihn unmittelbar danach loben und belohnen, haben Sie  
 das Prinzip des Lehrens begriffen.                                                           
                                                                                              
                                                                                              
 Sitzt er dann auch noch vor Ihnen ab, wiederholen Sie den Ablauf mit einem "Sitz", wenn er   
 sich gerade - noch zufällig - in diese Haltung bewegt. Noch schöner, ist ja fast die halbe   
 Grundausbildung! Weil Sie es begriffen haben, wie man Hunden etwas biologisch beibringt. Denn
 die Verknüpfung zum richtigen Zeitpunkt ist das Geheimnis der Ausbildung. Fürs erste. Denn   
 nur die - auch für den Welpen - verständliche Wiederholung bestätigt und speichert ab.       
                                                                                              
                                                                                              
 Rangordnungs-Training                                                                        
 Dies ist die wichtigste Lernübung für den Welpen, weil sie in seiner intensivsten Lernphase, 
 der Prägephase zwischen der fünften und zwölften Lebenswoche, geübt wird.                    
                                                                                              
                                                                                              
 Der Welpe hat schon bei seiner Mutter und mit seinen Wurfgeschwistern gelernt, dass es       
 Unterschiede gibt: Stärkere, Schwächere, Frechere, Zurückhaltendere. Und er hat gelernt, dass
 hund sich durchsetzen muss, um zu seinen existenz-sichernden Bedürfnissen zu kommen. Wird ihm
 das im neuen Heim alles wie von selbst gewährt, darf er alles tun und lassen, wie er will,   
 wird er sich diese neue Bequemlichkeit sofort erobern und verteidigen. Wäre doch blöd, wenn  
 er es nicht täte. Er wird so ganz flott zum eigentlichen Rudelführer gemacht. Im Rudel selber
 bekäme er dafür sofort eins auf die "Schnauze". Da gab es eine ganz klare Rangordnung. Das   
 erkennen erfahrene Hundehalter schon beim ersten Krabbelversuch zur mütterlichen Milchbar.   
 Hier zeigte es sich schon, wer sich durchsetzen wird auch im späteren Hundeleben. Biotonus   
 nennen das die Fachleute: Überlebenswille. Ich suchte meine beiden Hündinnen genau danach    
 aus. Sie waren stets die ersten an den Zitzen.                                               
                                                                                              
                                                                                              
 Im neuen Rudel muss die neue Hausordnung neu gelernt werden. Was man tun darf, wo, und was   
 nicht. Wer es nicht lernen darf, tut, was er will. Das wird bei kräftigen Hunden dann später 
 schwierig zu kontrollieren, weil die Halter es versäumt haben, die Rangordnung herzustellen  
 und immer wieder zu bestätigen.                                                              
                                                                                              
                                                                                              
 Damit fängt man klein an. Am ersten Tag schon, wann nicht dann, wann denn? Hund, auch ganz   
 junge, denken sehr konsequent biologisch. Sie nehmen sich, was sie kriegen können. Wir aber  
 legen als neue Rudelführer die Regeln fest. Er wird sie jeden Tag überprüfen. Ob es nicht    
 doch... Kleine Regeln erleichtern die künftige Rangordnung. Denn ein eingeordneter Hund ist  
 ein zufriedener. Er braucht diese Sicherheit seines Rangs.                                   
                                                                                              
                                                                                              
 Essen Sie von Anfang an zuerst selbst etwas, muss nicht viel sein, irgend einen Bissen, damit
 ihr Welpe sieht: Wie zu hause, der Boss frisst zuerst. Dann erst bekommt der Welpe seine     
 Ration, natürlich nur an seinem Platz. Sie und alle Familienmitglieder gewöhnen ihn daran    
 gleich, dass sie ab und zu an seine Schüssel fassen dürfen, sie wegnehmen und wieder         
 hinstellen. Von Beginn an einfach als Gewohnheit einführen. Das kann meist nach wenigen Tagen
 dann wieder unterbleiben, weil der Welpe es ohne Murren akzeptiert, dass man an seine        
 Schüssel geht. Er hat dann Vertrauen gefasst, weil er letzten Endes nicht um sein Fressen    
 betrogen wurde. Sie müssen im Grunde nur so tun, als würden sie jederzeit Kontrolle über sein
 Tun ausüben. Das reicht meist. Das darf aber nie zum Ärgern ausgenutzt werden oder als Spiel.
 Kinder dürfen dies nie mit dem Hund üben, ohne die Kontrolle der Eltern. Denn Kinder kennen  
 darin keine Lehre, sondern eine Möglichkeit zur Unterdrückung. Das wäre fatal für die        
 Beziehung zwischen Hund und Kinder. Die Verantwortung der Eltern ist hier gefragt.           
 Sorglosigkeit fördert hier Probleme.                                                         
                                                                                              
 Der Welpe muss nur lernen, dass er nicht knurren darf, wenn ihm Ranghöhere das Essen - in    
 seinem Sinne - streitig machen. Der Spagat dieser Übung ist aber, ihm gleichzeitig das       
 Vertrauen zu vermitteln, dass er nicht gestraft wird. Vor allem nicht, dass er ständig am    
 Fressen gestört wird. Das wäre ein Eigentor, weil der Welpe dann natürlich um sein Fressen   
 kämpfen wird. zu recht. Und er wird beim nächsten Fressen nervös und bekommt daher - wie wir 
 bei Prüfungsterminen - eine nervöse Verdauung mit dünnflüssigen Folgen. Sie gewöhnen den     
 Welpen mit diesem in aller Ruhe ausgeübten Training daran, dass Sie als Rudelführer jederzeit
 über ihn Kontrolle ausüben können. Wie im Raufspiel auch. Er darf mal obenauf sein, sich als 
 Sieger fühlen, ein Spielzeug sichern (wegtragen), dann muss er wieder verlieren lernen       
 (unterliegen, das Spielzeug auslassen mit dem Hörzeichen "Aus!"). Dann wird er dafür gelobt. 
 Wenn er spielend lernen darf, wie das ist, oben auf zu sein, wird er psychisch stark gemacht.
                                                                                              
                                                                                              
 Kontrolliert wird dies damit, dass zum Ende eines Spiels, dass immer der Rudelführer         
 verkündet, der Rudelführer gewonnen hat - oben auf war. So wird die Rangfolge bestätigt. Bei 
 später aggressiv-dominanten Hunden ist dieses Rangordnungs-Lernspiel, eines der wichtigsten  
 in der wichtigsten Zeit, der Prägephase im Alter von fünf bis zwölf Wochen, ausgeblieben. Ich
 bevorzuge sehr selbstbewusste und selbstsichere Hunde. Sie lernten diese Rangfolge auf       
 spielerische, aber eben für sie lehrhafte Weise. Ich hatte nie Probleme mit der Rangfolge.   
 Ja, mein Rüde gab diese Erfahrung an beide Welpen-Hündinnen weiter. Auch er konnte er es sich
 leisten, mal den Schwächeren zu geben, damit sie sich aufbauen konnten und lernen, wie es    
 ist, stark zu sein. Wie er es von mir gelernt hat. Ich habe ihn bei Zurechtweisungen schon   
 mal angeknurrt und in den Fang gepackt, mit meinen lächerlichen Beissern. Aber er hat ein für
 allemal verstanden. Dies gab er als wundervoller Assistenzlehrer an Welpen weiter.           
                                                                                              
                                                                                              
 Tierärztliche Erst-Versorgung                                                                
 Ich will hier Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt nicht ins Handwerk pfuschen, aber wir     
 ziehen hier alle an einem Strang. Ich hoffe sehr, dass der Züchter seiner Pflicht            
 nachgekommen ist, und zeitgerecht durchgeimpft und entwurmt hat, so weit das Abgabealter es  
 gebietet. Darmparasiten sind gefährlich. Vor allem der Fuchsbandwurm. Eine ausreichende      
 Behandlung ist auch zum Schutz der Menschen wichtig, wenn sie in Kontakt mit Hunden kommen,  
 vor allem mit Welpen. Spulwürmer sind vor allem für Welpen schwierig. Bei trächtigen         
 Hündinnen werden Larven in der Muskulator erweckt, die sich bei einem früheren Befall dort   
 eingenistet haben. Die Larven wandern in die Milchdrüse und den Uterus und infizieren so die 
 ungeborenen Welpen. Nur der Hundebandwurm ist für den Menschen nicht gefährlich. Er wird     
 durch Flöhe übertragen.                                                                      
                                                                                              
                                                                                              
 Für trächtige und säugende Hündinnen und ihren Nachwuchs ist eine mehrmalige Entwurmung im   
 zweiwöchigen Abstand erforderlich. Am besten ist die erste Entwurmung der Welpen in der      
 zweiten Lebenswoche und danach alle zwei Wochen, bis sie drei Monate alt sind. Anfangs soll  
 die Mutter mitentwurmt werden. Später genügt eine Behandlung alle drei Monate, bis der Hund  
 ein Jahr alt ist. Danach genügt eine halbjährliche Entwurmung. Die (weiteren)                
 Entwurmungs-Termine sind jeweils eine Woche vor der jährlichen Impfung zu legen.             
                                                                                              
                                                                                              
 Ihr Tierarzt wird das weitere Vorgehen und mit Ihnen über die fortlaufenden Impfungen        
 sprechen. Lassen Sie den Kot mehrmals analysieren. Denn alle Welpen, die mehr als ihr        
 Wohnzimmer sehen dürfen, riechen an allem, was hochinformativ für sie ist, und das ist auch  
 der Auswurf anderer Lebewesen. Es sind mitunter beschissene Informationen. Denn in der Stadt 
 gibt es wahre Parasiten- und sonstige Krankheitsherde, gerade auf Hundespielplätzen, bei     
 Hundeschulen, Tierarztpraxen, auf Strassen, wo sich leider fast jeder Hund entleeren         
 unfreiwillig muss. Und wie viele Hundehalter lassen ihren Hund regelmässig entwurmen? Also   
 auch erwachsene zweimal jährlich? In der freien Natur interessiert dagegen der Kot anderer   
 Tiere, ebenfalls parasitär befallen. Schaf- oder Marderkot oder andere Exkremente sind nicht 
 selten von Würmern befallen. Viehzüchter sorgen nicht so für ihre Tiere wie Sie. Daher ist   
 eine im Welpenalter sorgfältig abgestimmte Kot-, manchmal Blut-Analyse sehr wichtig für die  
 weitere Gesundheit.                                                                          
                                                                                              
                                                                                              
 Ich würde bei sehr jungen Welpen, also bis zum zweiten Lebensmonat, mit Banminth oder Welpan 
 entwurmen, denn die kräftigeren Tabletten Drontal und Drontal Plus schlauchen die noch sehr  
 jungen Welpen zu sehr. Nach diesem Alter aber muss ordentlich entwurmt werden, gegen alle    
 möglichen Wurmarten. Mit den genannten Tabletten. Je zehn Kilo eine Tablette. Exakt zu       
 dosieren. Deshalb ist auch eine kontinuierliche Gewichtskontrolle wichtig, damit man etwaige 
 Veränderungen bemerkt. Aber Welpen entwickeln sich nicht gleichmässig. Sie legen auch        
 Wachstumspausen ein, um danach oft richtig zu explodieren.                                   
                                                                                              
                                                                                              
 Nach dem Wechsel des Milchgebisses zum vollständigen endet die Welpenzeit. Dann wird der     
 Welpe Junghund. Der Zahnwechsel setzt normalerweise mit dem vierten Monat ein und ist        
 allgemein mit dem fünften abgeschlossen. Hände und Wertgegenstände werden fortan nicht mehr  
 gelocht. Wenn der Welpe im Frühjahr abgeholt wird, ist gleichzeitig mit den ersten Ausflügen 
 auch die Zeckenzeit angesagt. Es ist alles andere als Nachsicht geboten. Zecken können sogar 
 lebensgefährliche Krankheiten übertragen. Ein Halsbändchen als "Schutz"? Vergessen Sie es.   
 Das war mal, als noch gar nichts gegen Zeckenbisse auf dem Markt war. Sie wirkten kaum. Heute
 gibt es besseres. Fragen Sie auch hier Ihren Tierarzt. Wer vorsichtig vorgehen möchte, gebe  
 dem Welpen etwas Knboblauch-Granulat ins Futter. Ist besser als nichts.                      
                                                                                              
                                                                                              
 Eine Anfrage bei den renommierten Tierkliniken der Universitäten Hannover und Giessen zum    
 Verdacht, dass Wurmmittel wie Drontal plus oder Anti-Zecken-Mittel wie ExSpot oder Frontline 
 in einen ursächlichen Zusammenhang mit epileptischen Krampfanfällen zu bringen sind, ergab,  
 dass den Kliniken darüber nichts bekannt ist. Und Tierärzte müssen eventuell sofort          
 berichten. Der Tierarzt wird den Hund beim ersten Besuch auch gründlich untersuchen. Aber    
 machen Sie diesen aufregenden Besuch nicht gleich nach dem Abholen vom Züchter, quasi auf dem
 Weg nach Hause, denn dann verknüpft der Welpe dies mit der unangenehmen Logik: Autofahren    
 gleich Tierarztgeruch. Warten Sie ab, bis sein Darm (nach der Umstellungs-Nervosität) sich   
 beruhigt hat. Es sei denn, alles fliesst zu lange.                                           
                                                                                              
                                                                                              
 Für die erste Reise könnte der Tierarzt, fragen Sie vorher, Kohletabletten empfehlen, damit  
 es nicht gleich dünn kommt. Der Züchter gibt diese Verdickung in seine letzte Fütterung.     
                                                                                              
                                                                                              
 Das richtige Tragen und - wie lange                                                          
 Nur der abgesetzte Welpe, also der ganz junge bis zu etwa acht bis neun oder auch mal bei    
 grossen, schwerwachsenden oder gezüchtet kurzfüssigen Rassen bis zehn Wochen, darf oder soll 
 getragen werden, wenn es über steile, haltlose oder gar durchsichtige Treppen geht oder      
 sonstige Hindernisse. Natürlich auch ins und aus dem Auto. Denn dies beansprucht die Gelenke 
 und Sehnen des Welpen zu sehr.                                                               
                                                                                              
                                                                                              
 Danach runter auf den Boden, wo normale Hunde hingehören. Dazu haben sie vier Beine. Es sind 
 Lauftiere und keine, die man auch geistig auf den Arm nimmt. Vor allem dann nicht, wenn sie  
 Schnauzenkontakt zur hundegerechten Begrüssung mit anderen Hunden haben wollen und müssen.   
 Gerade die ängstlichen Halter erziehen ihren Hund so zur eigenen Angst, zu Isolation         
 (Höchststrafe für Gesellschaftstiere) und zur unkontrollierten Angeberei (später:            
 Angstbeisserei). Dieses Hochnehmen verführt andererseits fremde Hunde dazu, den Kontakt zu   
 dem weggerissenen Hund erneut und intensiver zu suchen. Also Hände weg, wenn der Hund unter  
 normalen Umständen unterwegs ist.                                                            
                                                                                              
                                                                                              
 Wie soll er - wenn schon - getragen werden? Nicht von Kindern, die dieses Gewicht nicht      
 locker beherrschen. Mädchen sind freilich hier sehr viel vorsichtiger als Jungen. Eine Hand  
 unter die Vorderbrust - zwischen den Vorderläufen gespreizt. So hat man die Kontrolle über   
 seinen Vorderbau und hält die Balance, wenn er vorn herumsucht. Das Hinterteil hält man mit  
 der anderen Hand, man unterstützt quasi den Rest von unten. Es kann schon vorkommen, dass    
 diese Hand, weil es so schön warm wird, mal befeuchtet wird. Aber einen "Tod" müssen Sie     
 sterben, wenn sie ein Lauftier auf den Arm nehmen.                                           
                                                                                              
                                                                                              
 Andere typische Welpen-Eigenschaften                                                         
 Das Nagen aller erreichbarer und schier unmöglich erreichbarer Gegenstände. Der Welpe hat bis
 zum allseits ersehnten Wechsel der spitzen Milchbeisser zum richtigen Gebiss einen           
 unstillbaren Nagetrieb. Es treibt ihn im Kiefer, es juckt und - lebt eben. Das will          
 abreagiert und beschäftigt werden.                                                           
                                                                                              
                                                                                              
 Geben Sie dem Welpen Ersatzobjekte statt teurer Kleidung oder Schuhe oder Möbelstücke oder   
 Zeitungen oder Kloschüsselbürsten oder ...                                                   
                                                                                              
                                                                                              
 Kausteifen, kleinere Büffelhautknochen - angepasst an die Maulweite, und andere künstliche   
 Gegenstände wird er vielleicht als Ersatz akzeptieren. Bei mir gibt es sogar - einen         
 Babyschuh als Kauknochen. Als ganz junger Welpe trug in Anima stolz umher, irre Beute! Dann  
 aber wurde ihr das zu albern und nicht mehr ernsthaft genug. Ich konnte sie verstehen. Sie   
 hat sonst keine Spielzeuge. Ich setzte enge Grenzen bei Vermenschlichung. Denn sie hat ihren 
 Abenteuerspielplatz im grossen Garten. Stecken, Wurzeln etc. Und ihren grossen Rüden und mich
 oder besuchende Kinder. Oder Verbotenes.                                                     
                                                                                              
                                                                                              
 Gut, einen Tennisball hat sie gefunden. Damit spielen wir Apportieren, im Grunde aber das    
 Herkommen. Bei einem Herdenschutzhunde eine reife Leistung, denn die finden das Apportieren  
 höchst albern. Retriever oder Pudel als geborene Apportierer hingegen können sie damit       
 tagelang beschäftigen.                                                                       
                                                                                               
 Nicht jeder Hundetyp ist ein vermenschlichter Spielfex. Ernsthafte Arbeitszuchten brauchen   
 was Ernsthaftes zum Spielen. Mitunter schon mal - wie bei meiner Welpenhündin - eine Schnecke
 inklusive Haus. Machen Sie mal einem jungen Tier klar, dass es mit anderen Tieren nicht ...  
 Achten Sie vielmehr darauf, dass keine weichen, leicht abzubeissenden Kunststoffe oder       
 sonstiger menschlicher Müll, Plastikteilchen etc. auf der für den Welpen greifbaren Umwelt   
 bereitstehen. Fremden Kot riechen und gar fressen ist für sensible Industriemenschen höchst  
 unappetitlich. Nun haben die Hunde aber ein natürliches Verhältnis zu dem, was auch andere   
 Hunde fressen. Wir müssen uns dazu ein Klo bauen und haben Toilettenpapier. Manchmal. Wenn   
 Sie im Wald spazieren gehen, sind manche wieder Tier.                                        
                                                                                               
 Hunde riechen - zum xten Mal, aber dies ist enorm wichtig - 60-fach besser als Menschen. Und 
 diese Gerüche sind Informationen gerade für unerfahrene Hunde. Wer war da und hat wann was   
 gefressen und - später - welches Geschlecht hat der Hund? Er erfahrener Hund zieht nur noch  
 seine Geschlechterfrage raus. Ein junger will alles wissen, so intensiv, dass er die fremde  
 Info aufnehmen will. Damit leider auch mögliche Parasiten. Deshalb ist eine gründliche       
 wiederholte Entwurmung wichtig. Dieses Kotinteresse lässt mit der Zeit nach. Er weiss dann   
 besser Bescheid. Aber halten Sie sich mit ihrer Vermenschlichung zurück und schimpfen den    
 Hund nicht, weil er anders ist. Denken Sie daran, dass Menschenkinder drei Jahre lang Windeln
 tragen.                                                                                      
                                                                                              
                                                                                              
 Die grossen Entwicklungsstufen                                                               
 Hunde wachsen sehr unterschiedlich, nicht kontinuierlich an allen Körperteilen. Ich definiere
 das in vier wichtigen Wachstumsschüben:                                                      
                                                                                               
 1. Die Geburt, der Biotonus (Überlebenswille) im Wurflager, die Primärprägung durch die      
 Mutter und schon durch den Züchter und Umgebung, bis zum Abgabealter nach dem Absetzen der   
 Mutter.                                                                                      
                                                                                              
 2. Die Zeit der Grundimmunisierung und die zweite Präge- beziehungsweise Lernstufe (zwischen 
 der siebten und vierzehnten Lebenswoche) mit sehr starkem Wachstum.                          
                                                                                               
 3. Der Zahnwechsel und damit das Ende der Welpenzeit, gleichzeitig starke Lernphase und      
 Übergang zur Geschlechtsreife (fünfter bis maximal neunter Lebensmonat) und nach dem         
 Zahnwechsel nochmals Wachstumsschub.                                                         
                                                                                              
 4. Die Geschlechtsreife (Pubertät) und der "letzte Schliff" der Rangeinordnung, die höheren  
 Weihen der Ausbildung können an die abgeschlossene Grundausbildung schliessen. Er wächst nur 
 noch wenig, setzt aber mehr Muskeln an.                                                      
                                                                                               
 Aus einem unförmigen Etwas wird auch ein stattlicher Hund. Ein Lauftier, ein                 
 bewegungsfreudiger Beutegreifer. Vergessen Sie das bitte nie! Ein Hund ist ein Hund ist ein  
 Hund.                                                                                        
                                                                                               
 Gemeinsames Lernen in einer Welpenschule                                                     
 Nicht vergessen, den Welpen in einer Welpenschule anzumelden! Denn für die weitere           
 Sozialentwicklung ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass der Welpe Kontakt mit allen    
 Spiel(rauf)arten zu seinen Artgenossen erhält. Damit er gleich Rangordnungen und             
 Sozialverhalten spielerisch kennenlernt. Sonst wird es später ernst.                         
                                                                                               
 Leider ist nicht jede Welpenschule auch biologisch geschult. Überforderungen, Leistungsdruck 
 und Unterordnungsdressur sind für alle Hunde unverständlich. Also von den Haltern abzulehnen.
 Dennoch: Selbst schlechte Welpenschulen sind besser als gar keine. Denn der Welpe braucht vor
 allem Hundekontakt und Rangordnungsspiele. Dabei kann er auch an fremde Gegenstände;         
 Geräusche und Menschen gewöhnt werden. Basis für seine spätere Entwicklung.                  
                                                                                               
 Und nun viel Vergnügen, und noch mehr Geduld und Nerven! Sie werden später ausbezahlt: mit    viel Lachen.