Broschüre nicht nur für Hundeanfänger

 mit freundlicher Genehmigung  (c) Johann Schäfer, Hallbergmoos, 1997-2002

Nachfolgende Erläuterungen sollen eine Hilfe und Informationen nicht nur für Hundebesitzeranfänger sein. Auf Vollständigkeit erhebe ich natürlich keinen Anspruch. Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten bitte ich mir mitzuteilen. Herzlichen Dank!

Hier als erstes ein Link zur Tierschutz-Hundeverordnung:  

http://www.verbraucherministerium.de/tierschutz/hundvo.pdf

Kapitel 1           -                 Abstammung/Domestikation

Kapitel 2           -                 Kommunikation/Verhalten/Sinne

Kapitel 3           -                 Erziehung/Ausbildung

Kapitel 4           -                Gesundheit/Ernährung/1. Hilfe

Kapitel 5           -                 Literaturnachweis

1. Abstammung/Domestikation

Nachdem lange Jahre, besser gesagt Jahrzehnte und länger, in den Kreisen der Wissenschaft darüber spekuliert und gerätselt wurde, von wem der Hund nun abstammt von Kojote, Wolf oder Schakal (allesamt Caniden genannt), ergab eine in Amerika 1997 durchgeführte DNA-Untersuchung, dass zweifellos der Wolf (Canis lupus) der Stammvater aller heutigen Hunderassen ist. Dieser Umstand ist von entscheidender Bedeutung in der heutigen Hundehaltung insgesamt. Davon später mehr. Man geht heute davon aus, dass der Hund bzw. der domestizierte Wolf seit etwa 15.000 Jahren bei und mit dem Menschen lebt. (1914 wurde in Oberkassel eine ca. 14.000 Jahre alte Grabstätte entdeckt, in welcher ein Kiefer eines Hundes gefunden wurde). Doch sind diese Jahresangaben auch umstritten. Manche Wissenschaftler meinen, der Hund sei viel älter als bisher angenommen. Doch wie es auch sei, als gesichert gilt dass der Hund das älteste domestizierte Haustier des Menschen ist.  Weit älter als z.B. Ziege und Schaf. Wie der Wolf nun zum Menschen kam ist weitgehend Spekulation. Doch dürfte folgendes Szenario den tatsächlichen Umständen ziemlich nahe kommen:

Das Verbreitungsgebiet des Wolfes war vor ca. 15.000 Jahren in der ausgehenden Altsteinzeit (zum Ende der letzten Eiszeit) ungleich größer als dies heute der Fall ist. Eine Aufzählung welche Unterarten von Canis lupus wo vorkamen würde hier zu weit führen. Beutetiere wie Mammut, Hirsche usw. waren durch die Klimaänderung selten geworden und durchstreiften nicht mehr so zahlreich die damalige, sich immer mehr verkleinernden Steppe.  Der Waldwuchs wurde immer dichter. Auch Menschen, die von der Jagd auf diese Tiere lebten, bewohnten diese Gegenden. Wie durch Knochenfunde belegt, schleppten diese Menschen bei einem Jagderfolg alles brauchbare der Beute, oft sehr weit, in ihre Behausungen. Den Rest ließen sie in der Regel liegen. Was war einfacher für die umherstreifenden Wölfe sich dieser Reste risikolos zu bemächtigen ? Auf diese Weise ist es einleuchtend, dass die Wölfe lernten dem Menschen zu folgen und von seinen Abfällen zu profitieren. Weiterhin belegen fossile Funde, dass der Mensch seine Abfälle auch in der nächsten Umgebung seiner Wohnstatt ziemlich wahllos hinterließ. Auch dies war natürlich ein "gefundenes Fressen" für die Tiere. Es ist denkbar und eigentlich logisch, das es im Laufe der Zeit durch verschiedene Lernprozesse zu einer erheblichen Verringerung der Fluchtdistanz zu den Menschen kam, zudem sich Tiere in der Nähe eines reichen und leicht zu habenden Nahrungsangebotes besonders gerne vermehren. Die in der Nähe des Menschen geworfenen Welpen wuchsen in diesem neuen Umfeld auf und lernten den Umgang mit der natürlichen Furcht. Das heißt der Wolf gewohnte sich an dieses Leben und blieb immer mehr in der Nähe des Menschen. Es konnte nicht ausbleiben, dass irgendwann ein mutterloser Wurf oder ein einzelner Wolfswelpe gefunden und in die Heimstatt des Menschen gebracht und aufgezogen wurde. Nach Erik Zimen leisteten besonders Frauen hier einen entscheidenden Beitrag indem sie die Welpen aufzogen und dabei sogar die Brust reichten, was noch heute bei einigen Naturvölkern beobachtet werden kann. Diese Fürsorge ist nicht zuletzt dem Kindchenschema (große runde Augen, runder Kopf, weiches Haar) zu verdanken, welches gerade Canidenwelpen sehr zu eigen ist und ein Brutpflegeverhalten sozusagen erzwingt. Durch dieses Aufwachsen im Hausstand des Menschen wurden sie natürlich auf die Familie geprägt.

Besonders bei Kindern dürften diese Welpen damals, wie heute auch, beliebte Spielkameraden gewesen sein. Mit der Zeit ist es dann dazu gekommen, dass sich die Wölfe im Hausstand des Menschen reproduziert haben. Es ist nur allzu logisch, dass die damaligen Menschen nur solche Tiere in ihrer Nähe duldeten, welche keine Gefahr für ihre Kinder bedeuteten. Dies macht klar, dass unter diesen Umständen  die Nachkommenschaft der Wölfe, die bei den Menschen lebten, knallhart selektiert wurde. D.h. nur die am besten dem Menschen angepassten Tiere wurden geduldet. Eine Weitergabe unerwünschter Erbmasse wurde damit - unbewusst - ausgeschlossen. Das bekannte Anpassungsvermögen aller Caniden, sowie deren enorme Lernwilligkeit, Lernvermögen sowie die Fähigkeit zu sozialem Zusammenleben trugen das weitere dazu bei. Sicherlich wurden zu irgendeinem Zeitpunkt nicht immer "neue" Wölfe in die Menschengemeinschaft eingebracht, sondern der  vorhandene Genpool ausgenutzt. Diese Trennung von der Wildform, die in jener Zeit sicherlich nicht planmäßig erfolgte, stellt eine der Voraussetzungen der Domestikation dar. Die Anfänge von Zucht - aber noch weit von planmäßiger Zucht entfernt. Erst später lernte der Mensch, dass er Aussehen und Verhalten dieser Tiere gezielt beeinflussen kann. Der Übergang vom Wolf zum Haushund dürfte eine sehr lange Zeitperiode in Anspruch genommen haben, wobei man von den Anfängen der lockeren Beziehung zwischen Wolf und Mensch bis zur endgültigen Domestikation von einigen Jahrtausenden ausgehen kann.

Verpaarungen mit "wilden" Wölfen dürften noch an der Tagesordnung gewesen sein. Nimmt man alle Fakten zusammen scheint es, als habe sich der Wolf selbst domestiziert, als habe er eine bis dahin nicht genutzte Nische entdeckt und sich aufgrund seiner Anlagen perfekt angepasst. Tatsächlich dürfte es so gewesen sein, dass beide Selektionsschritte, die der Natur und die des Menschen die Domestikation ermöglichten. Wann und wo diese Domestikationsschritte stattgefunden haben wird nie zu erfahren sein, zudem man davon ausgehen kann, dass diese zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten passiert sein dürfte. Dass dieser Wolf/Hund überhaupt im Hausstand des Menschen geduldet wurde, ist sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass ein Zusammenleben mit ihm mehr Vor- als Nachteile brachte - obwohl er ein eindeutiger Nahrungskonkurrent war.

Rasch wurde erkannt, dass diese Caniden ideale Ungeziefervernichter sowie Restevertilger waren. Auch Abfälle sowie Exkremente wurden von ihnen beseitigt. Auf diese Weise hielten sie das nähere Umfeld sauber - eine Art lebende Gesundheitspolizei. Es existieren auch Meinungen von Wissenschaftler, nach denen Hunde in Notzeiten auch als Nahrung oder Felllieferant für die Menschen gedient haben. Im Laufe der weiteren Präsenz beim Menschen stellte das ausgeprägte Territorialitätsverhalten der Caniden einen der größten Vorteile dar: das Wachen. Bei drohender Gefahr oder ungewöhnlichen Vorkommnissen in ihrem Territorium, das jetzt der Wohnbereich des Menschen war, begannen die Hunde Laut zu geben und den Bereich auch aktiv zu beschützen.  Zu den damaligen Zeiten war dieses Verhalten wahrscheinlich äußerst willkommen - an Gefahren fehlte es nicht. Im weiteren Verlauf der Haustierwerdung  haben sich bei den Hunden weittragende Veränderungen ergeben. Die nicht mehr benötigte Schärfe der Sinnesleistungen gehen zurück, die Vermehrungsrate erhöht sich (statt einer jährlichen Läufigkeit sind es nun zwei), das Verhalten passt sich mehr und mehr den Notwendigkeiten des menschlichen Umfeldes und der menschlichen Lebensweise an. Der Mensch beginnt durch gezielte Selektion erwünschte Verhaltensweisen zu fördern und unerwünschte auszumerzen. Felszeichnungen im Nahen Osten und in der Türkei, deren Alter mit ca. 8000 Jahren angegeben werden, zeigen Hunde als Gehilfen bei der Jagd. Wie der Mensch entdeckte, den Geruchssinn des Hundes sowie das Anzeigen und das Stellen des Wildes auszunutzen, muss Spekulation bleiben. Auch das Äußere des Hundes/Wolfes veränderte sich. Die natürliche Felltarnung der Wildform Wolf war im Hausstand nicht mehr notwendig, so dass sich allerlei Farbschläge entwickelten, die sich durch die Kreuzungen untereinander noch vervielfältigten. Durch den Rückgang der Grosstiere (Mammut usw.) in der Nacheiszeit wurde es notwendig andere Jagdstrategien zu entwickeln. Auf die kleineren, schnelleren Tiere war die Jagd z.B. mit dem Speer nicht effizient genug, so dass der Mensch überwiegend Pfeil und Bogen einsetzte, wie Höhlenabbildungen zeigen. Man geht davon aus, dass Hunde die Männer zur Jagd begleiteten und der Mensch von den ausgeprägten Sinnesleistungen der Hunde bald profitierte. So verursacht ein Pfeil selten tödliche Verletzungen, aber stark blutende Wunden. Die Hunde konnten dieser Spur, wie auch heute noch, leicht folgen und das getroffene Tier hetzen und schließlich stellen, was dann eine relativ leichte Beute für die Menschen war.

"Jetzt war der Hund nicht nur Bewacher und 'Windelersatz' der Siedlungen, Spielkamerad der Kinder und freundlicher Begleiter der Erwachsenen, allenfalls auch Reservenahrung für schlechte Zeiten, sondern selbst eine unabdingbare Hilfe bei der wichtigsten aller Aufgaben: der Ernährung." (Erik Zimen, Der Hund, 1988).

Durch die immer ausgefeilteren Jagdtechniken und der damit verbundenen besseren Ernährung wuchs die Bevölkerung an, so dass im Laufe der Jahrhunderte die Jagdausbeute durch den Rückgang der Beutetierpopulationen geringer wurde. Die Menschen begannen ihr nomadenhaftes Jäger- und Sammlerdasein in eine Form der sesshaften Lebensweise umzuwandeln (Ackerbau und Viehzucht). Hieraus erwuchsen wiederum neue Tätigkeitsfelder für die Hunde, wie Vieh hüten, Lasten ziehen und so weiter. Die außerordentliche Anpassungsfähigkeit der Hunde lässt sich auch hierbei wieder beweisen. Spätestens in dieser Epoche dürfte der Mensch den Hund gezielt nach seinen Verhaltensweisen und Formen selektiert haben, so dass verschiedene Hundetypen entstanden wie z.B. der Jagdhund, der Hütehund, der Wachhund, der Herdenschutzhund usw. Die für die jeweiligen Aufgaben bestgeeigneten Hunde wurden weiterverpaart, die nichtgeeigneten ausselektiert, wobei das Äußere sicherlich auch durch die Umweltbedingungen beeinflusst wurde.

Mit fortschreitender kultureller Entwicklung des Menschen und dessen Einfluss wurde in einigen Gebieten der Erde eine erste Bildung von Rassen erkennbar. Da zu dieser Zeit die Jagd insbesondere in gehobenen Kreisen nicht mehr dem Nahrungserwerb sondern dem Vergnügen diente, entstanden viele Jagdhundrassen, die sich im Äußeren ziemlich glichen (z.B. Windhunde und Molosser). Aber auch für den Kriegseinsatz wurden große Hunderassen gezüchtet und als Kampfgenossen benutzt (Hunde wurden auch noch im 1. und 2. Weltkrieg eingesetzt! ). Mehr und mehr wurde der  Hund ein Spezialist, vom Menschen für verschiedenste Aufgaben gezüchtet. Man stelle sich den Wolf als Zehnkämpfer vor: Er beherrscht alle Disziplinen. Der Hund ist ein Spezialist auf seinem, selektierten, Gebiet geworden und beherrscht einzelne Disziplinen hervorragend.

  In jedem Hund ist immer noch ein Teil Wolf - ob Yorkshire oder Dogge

Der Beginn der moderne Hundezucht, der Züchtung von Reinrassen,  kann auf Ende des 18. Jahrhunderts gelegt werden. Vorreiter und Mutterland war England, in dem schon bald vielfältige Zuchtvereine- und Verbände gegründet wurden. Bald wurden auch in Deutschland Zuchtvereine gegründet, stellvertretend sei hier der 1899 gegründete heutige Verein für Deutsche Schäferhunde genannt. 

In der heutigen Zeit haben Hunde die verschiedensten Funktionen wie:

  • Spielpartner
  • Statussymbol
  • Tröster
  • Wanderkamerad
  • Familienhund
  • Jagdhund
  • Schutzhund
  • Hütehund (Hüten der Herde)
  • Hirtenhund (Schutz der Herde)
  • Blindenhund
  • Gehörlosenhund
  • Rauschgiftspürhund
  • Sprengstoffhund
  • Trüffelspürhund
  • Schlittenhund
  • Lawinenhund
  • Katastrophenhund
  • Therapiehund

Ein Familienhund sollte besitzen:

  •  Mittleres Temperament
  •  Wesenssicherheit gegenüber Menschen
  •  Gute Führigkeit
  •  Enge Bindung an den Herrn
  •   Lärmgleichgültigkeit

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2. Kommunikation/Verhalten/Sinne

 Eine der wichtigsten Eigenschaften beim Hund - und auch beim Menschen - für ein stressfreies oder besser, stressarmes Zusammenleben ist, wie auch im Wolfsrudel, die Kommunikation. Ich habe die Erfahrung gewonnen, wenn Hunde miteinander kommunizieren, machen die begleitenden Menschen die größeren Fehler, was oft zu Missverständnissen führt.  Wie wir wissen besitzen Wölfe ein umfangreiches Repertoire an Kommunikationsmöglichkeiten. Diese Verständigung untereinander ist lebensnotwendig, da sonst elementare Grundlagen für ein geordnetes Sozialleben im Rudel fehlen würden. Wölfe besitzen eine sehr ausgeprägte und differenzierte Sprache.  Auch die so wichtige Rangordnung im Wolfsrudel wird in erster Linie durch diese Sprache dargestellt und aufrechterhalten. Wie ihr Stammvater benutzen auch unsere Hunde eine große Anzahl dieser Signale für die innerartliche Kommunikation. Das Wissen um diese Sprache ist für mich eines der wichtigsten Dinge beim Umgang mit dem Hund. Grob kann unterschieden werden zwischen körperliche, lautsprachliche und olfaktorische Kommunikation. So seien hier zum Beispiel Gesichtsmimik,  Blickkontakte, Ruten- und Körperhaltung, Ohrenstellung, Fellsträuben genannt. Leider sind durch etliche Züchtungen des Menschen das Erkennen mancher körpersprachlicher Ausdrücke erschwert worden (extreme Hängeohren, kupierte Rute, Gesichtsfransen usw.) Die olfaktorische (geruchliche) Kommunikation stellt einen sehr hohen Stellenwert in der Kommunikation dar,  wie z.B. Markieren mit Urin und Kot, wobei diese letztere Form einen entscheidenden Vorteil hat: sie ist nicht ortsgebunden. D.h. der Wolf/Hund kann "Nachrichten" auch für später vorbeikommende Artgenossen hinterlassen. Durch das Absondern von Drüsensekreten beim Harnen ist z.B. der hormonelle Status einer Hündin erkennbar. Für die Fortpflanzung eine unabdingbare Information. Aber auch Reviere werden auf diese Weise abgegrenzt. Lautsprachlich kennen wir Knurren, Bellen, Heulen, Winseln, Wuffen usw., wobei sich beim Hund das uns bekannte Bellen als Kommunikation erst durch seine Entwicklung im Hausstand gebildet hat. Besonders anhand der körperlichen Ausdrucksweise lässt sich die momentane Befindlichkeit eines Hundes sehr gut erkennen. Ist er aggressiv oder ängstlich usw. In Dr. Erik Zimen's Bücher "Der Hund" und "Der Wolf" sowie in "Hundepsychologie" von Dr. Dorit Feddersen-Petersen sind die einzelnen körpersprachlichen Aspekte sehr gut beschrieben und abgebildet. Diese Bücher sowie "Hunde ernst genommen" von Eberhard Trumler und "Der Hund im modernen Hausstand" von Günther Bloch kann ich als Grundlagenliteratur  wärmstens empfehlen. Wie beim Menschen auch, befinden sich die Hauptsinnesorgane des Hundes am Kopf. Der Unterschied der Sinnesleistungen zu uns Menschen besteht u.a. darin dass der Hund ein Nasentier ist während wir uns hauptsächlich mit den Augen orientieren. Seine Riechleistungen übersteigen ganz einfach unser Vorstellungsvermögen und ist längst noch nicht zur Gänze erforscht. Diese unglaubliche Riechleistung hängt mit der sehr großen Anzahl von Riechzellen zusammen die der Hund besitzt. Als Beispiel sei hier genannt, dass der Hund in der Lage ist, menschlichen Schweiß noch in millionenfacher Verdünnung zu wittern. Man weiß heute, dass er einen Duft "zerlegen" kann, d.h. er kann Geruchsmischungen in ihre Einzeldüfte aufspalten und wahrnehmen. Aufgrund dieser einzigartigen Fähigkeit wird der Hund sehr oft als Rauschgiftspürhund, Sprengstoffspürhund, Leichenspürhund, Trümmer-,  Flächen- und Lawinensuchhund (Rettungshund) u.a.m. eingesetzt. Auch auf der Jagd ist ein Hund zur Nachsuche nach dem angeschossenem Wild unentbehrlich. Auch wenn ein Hund erblindet, findet er sich dank der Leistung seiner Nase noch erstaunlich gut in seiner Umwelt zurecht. Man könnte  eine Unzahl an Beispielen und Vergleichen aufführen wie gut der Hund riecht. Es sei hier auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen. Der ebenfalls sehr gute Geschmackssinn arbeitet eng mit dem Geruchssinn zusammen. Das Sehvermögen des Hundes ist etwa dem des Menschen vergleichbar. Er ist ein Bewegungsseher d.h. Bewegungen werden sofort und auch auf größere Entfernungen wahrgenommen. In der Dämmerung ist dem Menschen gegenüber im Vorteil - aufgrund einer Reflexionsschicht im Augenhintergrund sieht er zu dieser Zeit besser. Im Sehvermögen gibt es natürlich auch rassespezifische Unterschiede. So sehen etwa Windhunde besser als ihre auf Nasenleistung gezüchteten Artgenossen. Das Hörvermögen des Hundes wiederum ist erheblich besser als das des Menschen. Er kann Töne wahrnehmen, die für uns unhörbar sind (Beispiel Hundepfeife). Wie gut das Hörvermögen ist, erkennt man daran dass viele Hunde das Motorengeräusch des Familienautos unter vielen anderen exakt heraushören. Diese Hörleistungen machen den Hund auch zu einem hervorragenden Wächter. Wie oft passiert es, dass wir sagen: Sei still, da ist doch gar nichts! und nach einiger Zeit hören wir doch plötzlich Schritte von Leuten die am Haus vorbeigehen. Auch der Tastsinn ist hervorragend ausgebildet. Die empfindlichste Stelle ist der Nasenspiegel, Lefzen und Zunge. Aber auch die Ballen der Pfoten sind sehr empfindlich. Im Gesichtsbereich sind besonders empfindliche Tasthaare im Bereich der Lefzen der Augenbrauen, der Backen und am Unterkiefer vorhanden. Solche vereinzelte Tasthaare sind auch am übrigen Körper mit dem empfindlichen Nervengeflecht verbunden.

 Da die Aggression in der heutigen Zeit eine sehr bedeutende Rolle beim Hund spielt,

Zunächst einmal  - Aggression ist lebensnotwendig! Bei jedem Lebewesen - auch beim Menschen. Eine ausgewogene Aggression ist notwendig für die soziale Sicherheit im Rudel. Beim Hund entsteht Aggression fast immer zur Verteidigung von Ressourcen. Dies sind Futter, Territorium, Wasser, Beute, Sexualität und sonstige überlebenswichtige Dinge. Aber auch das Sicherstellen der eigenen körperliche Unversehrtheit oder das Streben nach einer höheren Position im Rudel, der Schutz seines Rudels (sozial motiviert) kann Aggressionen auslösen. Auf jeden Fall sind immer aggressionsauslösende Reize vorhanden, die sich auch überlagern können. Wie aggressiv der Hund reagiert ist von seiner Motivation abhängig. Nun zu unserem Beispiel. Sie betreten einen eingezäunten Garten und stehen plötzlich einem Hund gegenüber (wie es Briefträgern jeden tagtäglich passiert). Die Ohren des Hundes sind nach vorne gerichtet, die Rute wird hocherhoben getragen (kann auch leicht wedeln), am Nacken und Rücken ist das Fell leicht gesträubt, der Hund zeigt ein bisschen seine Zähne, bellt etwas und knurrt vernehmlich. Hier haben Sie es mit einem selbstbewussten Hund zu tun der Ihnen sagen will: bis hierhin und nicht weiter. Wenn Sie nun ruhig stehen bleiben, nicht hektisch rumhampeln, beruhigend auf ihn einreden und nicht starr in die Augen starren (fixieren; das empfinden Hunde als Bedrohung) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit alles klar sein. Der Hund wird vielleicht näher kommen, Sie beriechen und Ihnen dann langsam vorausgehen. Derselbe Hund mit zurückgelegten Ohren, entblößten Zähnen und eingeklemmter Rute zeigt, dass er unsicher und/oder ängstlich ist. Hier ist dasselbe Verhalten wie beschrieben ratsam, nur dürfen Sie den Hund nicht aus den Augen lassen (wieder ohne fixieren), denn solche Hunde können sogenannte Angstbeißer  sein, die Sie vorbeilassen und dann von hinten angehen oder Sie an sie heranlassen und unvermittelt zuschnappen. Man unterscheidet hier auch zwischen offensiver und defensiver Aggression. Dass dieses Beispiel nur ein ganz kurzer Auszug, eine Momentaufnahme aus dem sehr komplexen Verhaltensrepertoire sein kann, versteht sich von selbst. Hier ist noch nicht einmal berücksichtigt, warum der Hund so oder so reagiert (Sozialisation und Habituation). Es soll jedoch auch nur aufzeigen, wie Kommunikation in etwa abläuft. Wenn zwei Hunde sich begegnen, werden in Sekunden eine Vielzahl solcher körpersprachlichen Signale ausgetauscht und man muss schon ein geübter Beobachter sein um dies "lesen" zu können. In diesen Sekunden vermitteln die Hunde weit mehr Informationen, einschließlich Geruch, als wir Menschen es können. An dieser Stelle sei wiederum empfohlen, sich für das Verhalten von Wölfen zu interessieren, da beim heutigen Haushund noch ca. 70% des Wolfsverhaltens vorhanden ist. Nun stellt sich bei dem einen oder anderen die Frage was eigentlich Verhalten ist. Nun, Verhalten ist jede Aktion/Reaktion die psychisch bedingt ist. Alle Reaktionen des Hundes sind stets das Resultat seiner psychophysischen Eigenschaften sowie seiner situationsabhängig gewonnenen Erfahrungen.

Alles Verhalten, außer den Reflexen, ist erlernt. D.h. erlerntes kann in mancher Hinsicht auch wieder verlernt werden (jedoch nicht immer, davon später). Wir unterscheiden zwischen Normalverhalten, störendes Verhalten und Verhaltensstörungen. Bei der Bewertung des Verhaltens ist die wichtigste Frage wozu dient dies oder jenes Verhalten? Welche Vorteile bringt es? Nehmen wir wiederum ein Beispiel das Urinieren des Rüden. Wozu hebt er das Bein? Wozu uriniert er so oft und scharrt nach dem Urinieren?  In diesem Falle ist es klar, dass der Hund markiert und seine Stärke/Dominanz darstellen will. Doch wozu? Ganz offensichtlich um andere zu beeindrucken und/oder sein Revier abgrenzen. Ziel ist es letztendlich an erster Stelle bei der Begattung einer Hündin zu sein. Also dient diese Verhaltensweise in erster Linie der Arterhaltung. Doch die Arterhaltung haben wir Menschen dem Hund abgenommen. Es gibt bei unseren Haushunden in der Regel keine freie Gattenwahl mehr, wobei dieses Verhalten wichtig wäre. Jetzt kommen wir auf des Pudels Kern: Es ist noch ein wölfisches Verhalten. Für den Wolf ist dies noch lebensnotwendig, wenn z.B. einmal im Jahr zur Ranzzeit der Alphawolf klar stellt wer das Sagen hat. Oder wenn seine Führungsposition in Frage gestellt wird. Wenn wir uns nun die mannigfaltigen Verhaltensweisen unseres Hundes betrachten, werden wir noch viele  finden, die Wolfserbe sind. Nun zum Begriff der Dominanz und Rangordnung. Wie wir jetzt wissen ist ein Wolfsrudel streng hierarchisch gegliedert. Die Führer (Alpharüde und Alphaweibchen) dominieren die anderen Angehörigen des Rudels. In der Regel haben nur sie das Recht auf Nachkommenschaft. Die subdominanten Tiere zeigen ihnen gegenüber alle Zeichen der Unterwerfung wie Mundwinkellecken, auf den Rücken werfen, Rute einklemmen usw. Dominanz ist in erster Linie Bewegungseinschränkung des anderen und Souveränität. Nun sehen wir wieder die Verhaltensanalogien zu unseren Hunden. Wo die Rangordnung geklärt ist, werden sich unsere Hunde uns gegenüber ganz ähnlich verhalten. Sie werden sich unterwerfen und wir können (und sollen) die Bewegungsfreiheit einschränken: der Hund darf nicht immer mitten im Weg liegen, sondern sollte aufstehen wenn wir vorbeiwollen (das heißt nicht dass wir ihn bei jeder Gelegenheit aufscheuchen). Wir sollten als erster durch die Haustür gehen. Er darf nicht überall da hin, wo wir hingehen. Manche Bereiche sind eben "gesperrt". Nun soll man aber nicht davon ausgehen, dass die Hunde uns als Artgenossen sehen. Die Menschen sind für sie eine Art "Überhund". Aber dennoch erwarten Sie in gewisser Weise dass wir uns "artgemäß" verhalten, dass wir ihre Sprache verstehen. Wenn wir das nicht tun und unsere Dominanz nicht zum Ausdruck bringen, wird vielleicht der eine oder andere Hund seiner Natur folgen und die Rudelführerschaft in Frage stellen. Aber Vorsicht: dies ist ein schleichender Prozess, der oft schon im Spiel anfängt und schließlich und endlich beim zubeißen endet. Die meisten "Tests" seines sozialen Status und die Austestung der Schwächen und Stärken seines "Gegners" wird der Hund (wie der Wolf) im Spiel durchführen. Es ist also wichtig, dem Hund zu zeigen, dass er sich bei uns sicher und wohlfühlen kann, wenn er die, von uns vorgegebenen, vernünftigen Spielregeln einhält. Vor Gewalt sei hier eindringlich gewarnt. Sie bringt nur Misstrauen und zeigt keineswegs dass man der geborene Führer ist! Aber auch übertriebenes Liebesgetue, Verzärtelung und vor allem Vermenschlichung untergräbt die Autorität und ist falsch verstandene Tierliebe. Souveränität und Konsequenz ist hier gefragt. So viel Freiraum wie möglich und soviel Einschränkung wie nötig. Das heißt beileibe nicht, dass man nicht mit seinem Hund spielen oder schmusen oder herumtollen soll. Der Hund ist auf unseren engen sozialen Kontakt angewiesen. Wenn man einen Alpharüden sieht, mit welcher Gelassenheit und Lässigkeit er sein Wolfsrudel führt, ist dies schon beeindruckend. Der Hund, auch wenn er der Letzte im Rudel ist, fühlt sich nur wohl, wenn er seine Stellung im sozialen Gefüge kennt und ihm diese auch immer wieder bestätigt wird. Unsere erste Pflicht sollte sein, zu versuchen unserem Hund ein artgerechtes oder besser ausgedrückt ein hundegerechtes Leben zu ermöglichen. Ich unterscheide hier zwischen artgerecht und typengerechter Haltung. Denn art- oder hundegerecht müssen alle Hunde gehalten werden, während zusätzlich dazu die Bedürfnisse der einzelnen Hundetypen (Hütehund, Jagdhund, Herdenschutzhund usw.) berücksichtigt werden sollten. Zur hundegerechten Haltung gehören die soziale Sicherheit in seinem Rudel mit klarer Rangstrukturierung, Befriedigung seines Bewegungsbedürfnisses, die körperliche Unversehrtheit und nicht zuletzt auch die Befriedigung oder besser gesagt die Ausnutzung des geistigen Potentials - oder simpel gesagt: der Hund braucht was zu tun. Wie sagt Günther Bloch treffend: "Versuchen wir uns zu verhundlichen, statt Hunde zu vermenschlichen".

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3. Erziehung/Ausbildung  

So viele Hunde-, ausbilder, trainer- und besitzer es gibt, so viele Meinungen gibt es über dieses Thema. Auch an Unmengen von Literatur, Videos und sonstigen Veröffentlichungen fehlt es nicht.  Sieht man sich um, wird man von Unmengen von Hilfsmitteln schier erschlagen, als da sind: Clicker, die verschiedensten Leinen und Kopfhalterungen, Geschirre, Stachelhalsbänder, Zitrusduftverspritzer, Elektroreizgeräte, Hundepfeifen und natürlich das beliebte Leckerli. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern. Alle diese Bemühungen, Theorien und Hilfsmittel haben im Endeffekt nur das eine, eigentlich ganz einfach zu verstehende Ziel: Dem Hund zu motivieren das zu tun was wir von ihm wollen bzw. das zu unterlassen, was er nicht tun soll. Erinnern wir uns an Kapitel 2: Wozu soll er das und das machen? Welche Vorteile bringt es ihm? Nun, hierbei sind die Hunde so verschieden wie wir Menschen. Was den einen motiviert, wirkt bei dem anderen überhaupt nicht. Ich habe hier bewusst den Komplex Erziehung/Ausbildung zusammengefasst, bin mir aber bewusst, das dies natürlich zwei verschiedene Themen sind. Jedoch haben sie eine Gemeinsamkeit: Das Lernen. Da sich menschliche und hundliche Sprache voneinander unterscheiden, muss es zwangsläufig zu Missverständnissen kommen, die dann den gewünschten Lehr-/Lernerfolg nicht bringen. Grundsätzlich sei hier gesagt: Erziehung ohne Zwang gibt es nicht. Weder beim Menschen noch beim Tier. Wobei Zwang selbstverständlich nicht mit Gewalt zu verwechseln ist (was selbst viele erfahrene Hundeleute noch tun). Wenn Sie über einen Hund dominieren, zwingen Sie ihn zu einem bestimmten Verhalten. Dasselbe, wenn Sie ihm Halsband und Leine anlegen oder ihm ein Kommando geben. So ist Zwang gemeint. 

Auch antiautoritäre Erziehung beim Hund muss aufgrund der natürlichen Veranlagung des Hundes zweifellos scheitern (siehe auch Günter Bloch, Erik Zimen, Eberhard Trumler). 

Zum Verständnis: unter autoritär verstehe ich mit Konsequenz unter Berücksichtigung der hundlichen Eigenarten.

  Noch mal sei vor unsinniger Gewalteinwirkung wie Schläge oder dergleichen gewarnt.  

Damit wird das Vertrauen zu unserem Hund ge- und zerstört. Zu Recht! 

Anknüpfend möchte ich kurz auf die Lerntheorien eingehen. Ich erspare mir hier die Definitionen der verschiedenen Konditionierungsarten und ihre Auswirkungen, sondern möchte nur die positive und negative Verstärkung erwähnen. Zuallererst müssen wir uns davon befreien, dass der Hund alles von uns lernt. Er lernt durch Erfahrungen mit der Umwelt. Durch Reize die ihn zu einem bestimmten Verhalten veranlassen. Genau hier ist schon ein Ansatzpunkt für uns. Nehmen wir z.B. Lärm und Krach. Der Welpe wird bei einem lauten, unbekannten Krach vielleicht zusammenzucken und sich an uns schmiegen. Wenn wir ihn jetzt auf den Arm nehmen und trösten, wird er dieses Wohlgefühl mit dem Krach verknüpfen und dieses Verhalten auch weiterhin beibehalten. D.h. er wird sich bei Lärm schutzsuchend an uns drängen. In letzter Konsequenz haben wir ihn zur Ängstlichkeit erzogen. Wird der Hund und der Krach dagegen ignoriert und wir verhalten uns einfach neutral, wird er sehr schnell lernen, den Lärm zu ignorieren. Sie sehen, man muss nicht immer positiv oder negativ verstärken, man kann auch einfach neutral bleiben. 

Was ist also + und - Verstärkung? 

Ganz simpel gesagt, beim positiven Verstärken belohne ich den Hund für sein gezeigtes Verhalten. Sei es verbal, durch streicheln, durch Futter, durch Spiel oder sonst wie. Wichtig dabei ist, dass der Hund das Verhalten freiwillig ausführt (natürlich hilft man ihm anfangs, damit er weiß um was es geht, z.B. durch sanftes Niederdrücken der Kruppe beim Sitzkommando). Das "Geheimnis" des Erfolges liegt darin dass die Belohnung unmittelbar nach dem erfolgten Verhalten erfolgen muss, damit der Hund richtig verknüpft. Ein Beispiel: Sie geben das Kommando "Sitz", der Hund setzt sich und sofort erfolgt die Belohnung. Der Hund empfindet dies natürlich als äußerst angenehm, wird dieses Verhalten aufgrund der gemachten Erfahrung natürlich gerne wieder zeigen und im Laufe der Zeit mit den Kommandos verknüpfen. Beim negativen Verstärken wird ein unerwünschtes Verhalten möglichst schon im Ansatz unterbrochen. Dies kann auch wieder auf die verschiedensten Weisen wie lautes Kommando, Wurfkette, Discscheiben, Wasserstrahl usw. erfolgen. Wichtig dabei ist, dass das zu erwartende Verhalten im Moment der Ausführung negativ unterbrochen wird. So verknüpft  der Hund es mit einer unangenehmen Erfahrung und wird dieses Verhalten entsprechend weniger oft wiederholen bzw. sich auch damit verbundene Kommandos einprägen. Meinen Hunden habe ich z.B. das Kommando "Stop" beigebracht, bei dem sie (im Musterfall) sofort alles abbrechen und einfach stehen bleiben.

Fehler bei der Erziehung/Ausbildung des Hundes werden wir immer machen. Nobody is perfect. Und das ist auch gut so. Denn das wichtigste im Umgang mit unserem Hund ist die Bindung. Ohne eine enge Bindung zwischen uns werden wir erhebliche Mühe haben mit unserem Tier zurecht zu kommen. Aus dieser engen Bindung heraus entsteht dann das, was alte Ehepaare gut kennen: Das Verstehen ohne viele Worte. 

Die Individualität die diese Beziehung zu unserem Hund kennzeichnet, ist für mich entscheidender und wichtiger als alle Prüfungsordnungen der Welt! 

Was gibt es schöneres, als seinen Hund anzusehen - oder umgekehrt - und genau zu wissen was der andere denkt/fühlt. 

In dieser Beziehung haben uns unsere Hunde einiges voraus, aber durch aufmerksames Beobachten, Lernen und Einfühlen in die Hundewelt können wir sehr viel erreichen.  

Unter dem Wesen eines Hundes verstehen wir alle angeborenen und erlernten Eigenschaften.

Zum besseren Verständnis für das oben beschriebene zeige ich Ihnen eine kleine Abhandlung aus der Praxis auf:

Wie wir nun wissen, stammt der Hund vom Wolf ab. Sehen wir uns nun die Lebensweise des Wolfes ein bisschen näher an. Wie allgemein bekannt, lebt der Wolf im Rudel. Diese Lebensform hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. Ein Rudel kann verschieden groß sein, aber die Struktur bleibt gleich. Die Rudelführer (die sogenannten Alphatiere), welche das gesamte Rudel "führen" (ein Alphamännchen und ein Alphaweibchen) sind sozusagen für das Wohl und damit für das Überleben des Rudels verantwortlich. Jedes Rudelmitglied hat seine spezielle Aufgabe und Stellung im Rudel, welches es auch genau kennt. Dieses Verhalten ist überlebensnotwendig, denn z.B. bei der Jagd, bei der Welpenaufzucht, beim Verteidigen des Rudels usw. muss jeder wissen welche Aufgaben er zu übernehmen hat. Es liegt in der Natur des Wolfes, dass er von Zeit zu Zeit versucht, seine Stellung im Rudel zu verbessern, mit dem Ziel die Rudelführung zu übernehmen. Dabei kann es von Zeit zu Zeit zu Machtkämpfen mit den anderen Rudelmitgliedern oder auch mit den Rudelführern kommen (davon noch später). Wölfe spielen auch viel miteinander. Das Spiel nimmt eine sehr wichtige Funktion im Rudelleben ein. In diesen Spielen werden schon mal die Stärken und Schwächen des "Gegners" ermittelt und somit die Position des Einzelnen im Rudel bestätigt oder in Frage gestellt. Das Spiel ist im Grunde genommen immer eine "Übung" für den Ernstfall. Dieses Verhalten trifft auch für unsere Hunde zu, was später noch besprochen wird. Überhaupt gibt es noch viele Gemeinsamkeiten zwischen Wolf und Hund welche wir kennen sollten und auch müssen, um die Beweggründe für ein bestimmtes Verhalten unseres Hundes richtig deuten zu können und darauf gegebenenfalls auch entsprechend zu reagieren.

Alle Reaktionen des Hundes sind stets das Resultat seiner psycho-physischen Eigenschaften sowie seiner situationsabhängig gewonnenen Erfahrungen.

Nun ist es also soweit - der Welpe ist im Haus. Falls Sie sich einen älteren Hund angeschafft haben können Sie von dem folgenden trotzdem noch einiges verwerten. Er ist bereits geimpft und erstmalig entwurmt. Falls nicht, setzen Sie sich mit Ihrem Tierarzt in Verbindung, er weiß was zu machen ist. Sie sollten, überhaupt bevor Sie den Hund in das Haus holen, wissen wo sich der nächste Tierarzt befindet. Im Notfall kann das entscheidend sein. Vergessen Sie auch nicht den Hund steuerlich anzumelden und zu versichern.

Welpen und Junghunde machen in ihrer Entwicklung verschiedene Phasen durch. Im Prinzip werden folgende Phasen unterschieden:

1. Vegetative Phase (1. und 2. Lebenswoche)

2. Übergangsphase (3. Lebenswoche)

3. Prägungsphase, Phase der Zuwendung zur Außenwelt (4. - 9. Woche)

4. Sozialisierungsphase (8. - 12. Woche)

5. Rangordnungsphase (4. Monat)

6. Rudelordnungsphase (5. und 6. Monat)

7. Pubertät (7. - 12. Monat)

Diese Phasen sind hinsichtlich der Zeitangaben rassespezifisch etwas unterschiedlich aber im Prinzip gleich.

Vielleicht sollten Sie sich einmal in den jungen Hund versetzen. Vor kurzem noch wohlbehütet bei der Mutter und Geschwister ist er nun mit einem Alter von ca. acht Wochen allein in einem fremden Haus mit fremden Gerüchen, Geräuschen und Personen. Es dürfte jedermann klar sein, dass dieses Wesen eine Portion Angst in sich hat. Deshalb sollte man sich mit dem Kleinen sooft wie möglich beschäftigen, ohne zu aufdringlich zu sein. In der Nacht ist ,allen Unkenrufen zum Trotz, der beste Platz für den Welpen eine Kiste, halb abgedeckt, im Schlafzimmer in der Nähe des Bettes. Die Nähe von Personen wird ihn beruhigen und das Aufstehen in der Nacht, um ihn zwecks Verrichtung seines Geschäftes nach draußen zu bringen, ist für das neugebackene Herrle/Fraule einfacher. Überhaupt, das leidige Thema Stubenreinheit. Man muss wissen, dass ein Welpe ab einem bestimmten Alter in der Regel seine "Höhle" (Wolfswelpen werden in Höhlen geboren) nicht beschmutzt. Aber um ein ganzes Haus bzw. eine Wohnung als seine Höhle zu betrachten, dauert es eine ganze Weile. So bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als bis dahin den Kleinen bei den ersten Anzeichen eines Entleerungsdranges (meist nach den Mahlzeiten und nach dem Schlaf) nach draußen zu bringen, möglichst auf den Platz, der von ihm in Zukunft benutzt werden soll. Dass es auch manchmal daneben geht, müssen Sie in Kauf nehmen. Strafen hierbei sind sinnlos und haben zu unterbleiben (Der Welpe wird von der Hündin auch nicht bestraft). Hierzu sei gesagt, dass ein Welpe in einem Rudel besonderen Schutz genießt; bestrafen unter Zufügung von großen Schmerzen findet praktisch nicht statt.
Was die Fütterung betrifft, halten Sie sich an die Anweisungen des Züchters. Falls nicht vorhanden, bietet jeder Futtermittelhersteller Welpenfutter an. In diesem Falle halten Sie sich an die Anweisung des Herstellers. Sie können sich auch beim Hersteller direkt erkundigen. Bei einigen Firmen gibt es sogar einen telefonischen Service, bei dem Fütterungsprobleme behandelt werden. Auch Ihr Tierarzt kann Ihnen weiterhelfen. Auf jeden Fall überfüttern Sie Ihn nicht. Füttern Sie möglichst immer zu verschiedenen Zeitpunkten. (Bedenken Sie, dass ein Wolf nur immer dann frisst, wenn er Beute hat.)
Falls er nichts frisst, wird das Futter entfernt und er bekommt erst wieder zum nächsten Futtertermin.
Sehr wichtig ist, dass Sie sich mit dem kleinen Hund oft beschäftigen. Gehen Sie mit ihm durch das ganze Haus/Wohnung, auf die Straße (zuerst auf dem Arm, später mit einem leichten Halsband und Leine), lassen Sie Ihren Besuch mit ihm spielen, insbesondere Kinder, usw. Je mehr Eindrücke und Erfahrungen der Hund sammelt, desto besser kann er sich später in seine Umgebung einfügen. Dazu gehört auch jede Art von Lärm, Geruchseindrücke und so weiter. Einfach die gesamte Umwelt. Auch bieten viele Hundevereine sog. Welpenspieltage an, bei denen die Welpen miteinander spielen können und sich so leicht an andere Hunde gewöhnen können. Sie beginnen damit auch schon mit der Erziehung. So sollten Sie den Welpen wenn er vor etwas erschrickt und Ihre Nähe sucht nicht gleich überschwänglich trösten, sondern das Erschrecken ignorieren und ihn einfach genau so behandeln wie immer. Sonst kann es passieren, dass er sich das Trösten als Belohnung auf sein Erschrecken einprägt und später bei jeder Kleinigkeit Ihre Nähe sucht um seine "Belohnung" abzuholen. Womit Sie nicht sparen sollten ist Lob. Wenn er was richtig gemacht hat, wird er überschwänglich gelobt. Sie werden sehen, wie es ihm mit der Zeit Freude macht etwas richtig zu machen. Fangen Sie ruhig damit an ihn an Kommandos zu gewöhnen. Wenn er im Begriff ist sich hinzusetzen, sagen Sie "Sitz", dasselbe beim Hinlegen. Sagen Sie "Platz" und loben Sie ihn. So gewöhnt er sich ohne Zwang an die einfachen Kommandos. Geben Sie auf jeden Fall immer die gleichen Kommandos, wie Sie ihm später auch geben werden. Wenn Sie ihm ein Leckerli geben, lassen Sie ihn in das "Sitz" oder "Platz" gehen, falls er es schon beherrscht So verknüpft er Kommandos mit etwas Angenehmen. Falls er etwas falsch oder etwas Verbotenes macht, wird er ignoriert oder mit einem deutlichen "Nein" oder "Pfui" darauf hingewiesen. Wichtig ist, dass der Hund absolutes Vertrauen in Sie hat - und keine Angst vor Ihnen. Ihr Herbeirufen und Ihre Nähe muss er immer mit etwas positiven verknüpfen. Spielen Sie viel mit Ihrem Hund. Wichtig dabei ist, dass Sie bestimmen wann das Spiel begonnen und wann es beendet wird. Gewöhnen Sie ihm an, sich von Ihnen von Kopf bis Fuß untersuchen zu lassen. Bei dieser spielerischen Untersuchung können Sie evtl. vorhandene Probleme (z.B. Zecken, Verletzungen usw.) feststellen. Sehen Sie ihm in das Maul, in die Ohren, kontrollieren Sie die Ballen ,das Fell, die Augen usw. All das dient auch dazu dem Hund zu zeigen welche Stellung er hat und welche Sie haben. Sie sind der Boss, das "Alpha-Tier" und Sie dürfen alles. Seien sie freundlich zu Ihrem Hund - aber von Anfang an konsequent. Sie bestimmen wo es lang geht ! Seien Sie sich aber darüber im klaren, dass Sie Ihre Stellung als Rudelführer nur durch Respekt und Souveränität erwerben und erhalten können. Hunde sind in dieser Beziehung äußerst feinfühlig. Angst zu erzeugen ist hier mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Machen Sie nicht den Fehler und gestatten Sie dem Hund etwas, was Sie ihm am nächsten Tag verbieten. So entstehen keine Unsicherheiten beim Hund. Ihr Hund muss wissen, welche Stellung er in Ihrem "Rudel" einnimmt, was von ihm erwartet wird bzw. was toleriert wird. Darüber darf es keine Unsicherheiten oder Unklarheiten geben. Gerade bei später großwüchsigen Hunden scheuen sich manche Leute konsequent durchzugreifen. Konsequenz ist jedoch nicht mit roher Gewalt zu verwechseln! Das birgt nicht unerhebliche Gefahren in sich, da der Hund naturgemäß versucht Schwächen auszunutzen um einen höheren Rang zu erklimmen. Besonders später im Flegelalter von etwa 7 - 12 Monaten nimmt der Respekt vor Ihnen deutlich ab. Hier hilft nur Konsequenz und Geduld. Bei falscher Erziehung ist es z.B. einem ausgewachsenen Schäferhund oder Rottweiler dann nicht mehr so einfach beizubringen welche Stellung er innehat. Es ist zwar nicht gänzlich unmöglich, aber hier ist eine gehörige Portion Hundeerfahrung notwendig.
Mit zunehmenden Alter muss man Fehlverhalten auch härter "bestrafen". So muss er z.B. lernen, dass seine Zähne ganz schön scharf sind und er Ihnen damit keine Schmerzen zufügen darf. Festes Zubeißen, meist im Spiel, wird mit einem scharfen "Pfui" oder "Nein" geahndet. Auch dürfen Sie ihm das Fressen wegnehmen ohne das er Sie anknurrt. Wenn er es zu toll treibt, kann man ihn auch dabei ein wenig in das Genick oder in die Seite kneifen. Keine Angst dabei - beim Spiel oder bei Auseinandersetzungen sind die Welpen nicht zimperlich miteinander. Ein Hund will immer einen möglichst angenehmen Zustand herbeiführen und einen unangenehmen vermeiden. Das Erreichen Sie mit viel Lob und Belohnungen. Strafen sollten aber immer die Ausnahmen bilden.
Grundsätzlich sei gesagt, ein Hund lernt genauso wie ein Kleinkind - nur aber mit der Hundesprache. Dass heißt, er versteht nicht Ihre Worte, dafür aber Ihre Gesten, Ihre Mimik, die Lautstärke Ihrer Worte - kurzum Ihr gesamtes Verhalten. Er merkt auch sehr schnell wie Sie "drauf" sind. Dieses Verstehen Ihres Hundes wird je ausgeprägter je länger Sie ihn haben. Er kennt Sie dann "in- und auswendig" und es ist sehr schwer ihn zu täuschen. Falls Sie mal schlechte Laune haben, unternehmen Sie nichts mit dem Hund, der Hund hat keinen Spaß und Sie auch nicht.
Aber - vermenschlichen Sie den Hund auf keinen Fall.
D.h. interpretieren Sie nicht menschliche Gefühle in den Hund (schlechtes Gewissen, Rache, Schämen usw.) 

- die hat er nämlich nicht !


Aufgrund Ihrer liebevollen aber konsequenten Einstellung zu Ihrem Hund ist er nun ein lieber, kleiner Racker geworden, der schon die Milchzähne verloren hat und nun beim Urinieren anfängt das Bein zu heben, falls es ein Rüde ist. Er ist nun um die acht Monate alt. Dass heißt, der Hund oder Hündin wird jetzt geschlechtsreif. Ein neuer Abschnitt im Leben unseres Vierbeiners. Den Duftmarken auf dem Spazierweg kommen jetzt ganz neue Bedeutungen zu. Ihr Rüde wird jetzt tatendurstiger werden und vielleicht versuchen mal auszubüchsen. Rüden können eine läufige Hündin einige Kilometer riechen. Es ist erstaunlich, welche Beharrlichkeit Rüden an den Tag legen um zu einer läufigen Hündin zu gelangen und welche Hindernisse sie dabei überwinden können. Hier gilt, den Hund bei Rückkehr nicht zu bestrafen, er kann es nicht mit dem Weglaufen verknüpfen sondern wird seine Rückkehr mit Strafe in Verbindung bringen. Auch auf Ihre Hündin gilt es jetzt vermehrt achtzugeben. Läufigkeit kommt schließlich von Laufen. Eine Hündin wird in der Regel zweimal im Jahr läufig. Manchmal kommt es vor, dass eine Hündin nach der Läufigkeit scheinträchtig wird. Es wäre sinnvoll, sich frühzeitig (vor der Geschlechtsreife) mit dem Tierarzt wegen einer eventuellen Kastration zu beraten, schon um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Kastration ohne weiteres möglich. Eine Sterilisation ist die Durchtrennung oder Abbinden der Eileiter bei der Hündin bzw. der Samenstränge beim Rüden. Eine Kastration ist die Entfernung der Hoden beim Rüden und die Entfernung der Eierstöcke (mit oder ohne Gebärmutter) bei der Hündin.
Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, sich intensiver mit der Ausbildung des Hundes zu befassen. Ziel ist es dabei, dass Sie Ihren Hund in jeder Situation beherrschen. Insbesondere im Straßenverkehr, aber auch zu Hause (Stichwort Postbote!). Anzuraten ist auf jeden Fall bei einem der Hundevereine einen sog. Erziehungskurs zu belegen. Hier werden die Grundlagen gelegt um aus Ihrem Hund einen folgsamen Gefährten zu machen, den Sie unbesorgt überall mit hinnehmen können. Der Hund sollte folgende Kommandos "im Schlaf" beherrschen:

1. Komm oder Hier
2. Sitz
3. Fuß
4. Platz
5. Bleib

Diese Übungen kann der Hund bereits, er kann sitzen, Platz machen usw. Alles was er lernen muss ist, dieses auf Ihr Kommando auszuführen. Hierzu sei gesagt, dass Sie mit Ihrem Hund ein Leben lang üben müssen. Täglich ein paar Minuten reichen, damit er die Grundkommandos nicht verlernt bzw. vergisst. Wenn man korrekt ausgeführte Übungen noch mit entsprechenden Belohnungen (Leckerli) honoriert, wird sich der Hund geradezu auf die Übungen freuen. Vergessen Sie aber nicht viel Geduld zu zeigen. Von heute auf morgen kann ein Hund nicht ausgebildet werden. Es ist wichtig, dass die Übungen Freude und nicht Angst hervorrufen.

Geduld und Konsequenz ist der Schlüssel zum Erfolg !

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4.  Gesundheit, Ernährung und 1. Hilfe

Nun einige "Daten" zum Körperbau des Hundes:
 

Zahnformel:     3142
                         3143

Die Zahnformel wird immer für einen "halben" Kiefer angegeben (also mal 2 nehmen)

Insgesamt hat der Hund bei einem vollständigem Gebiss 42 Zähne:

Im Oberkiefer     3 Schneidezähne 1 Fangzahn 4 Prämolaren 2 Molaren (Backenzähne)
Im Unterkiefer    3 Schneidezähne 1 Fangzahn 4 Prämolaren 3 Molaren

Hunde haben ein Scherengebiss. Es gibt Rassen mit einem Rückbiss (Unterkiefer kürzer) oder mit einem Vorbiss (Unterkiefer länger). Der Wolf besitzt ein Zangengebiss (Unter- und Oberkiefer gleich). Das wichtigste Organ eines Hundes ist die Nase, er ist ein Nasentier. Eine läufige Hündin kann auf einige Kilometer wahrgenommen werden. Ein Hund besitzt ca. 250 Mill. Riechzellen (Mensch: ca. 5 Mill.). Das Gehör eines Hundes ist ca. fünf mal besser als das des Menschen (insbesondere bei hohen Frequenzen). Die Augen des Hundes sind normal ausgeprägt. Er ist ein Bewegungsseher, d.h. bewegte Objekte kann er sofort wahrnehmen. Seine wachsamste Phase ist die Dämmerung.

Artgerechte Ernährung ermöglicht dem Hund ein zufriedenstellendes Fressverhalten vermeidet Verfütterung krankmachender Stoffe. Der Hund ist ein Beutetierfresser , das heißt das Beutetier wird komplett (mit Darm- und Mageninhalt) gefressen. Rein vegetarische Ernährung ist abzulehnen und grenzt in meinen Augen an Tierquälerei. Grundsätzlich sind die derzeitig verfügbaren Alleinfuttermittel für Hunde für die Ernährung vollends ausreichend. Qualitätsunterschiede sind selbstverständlich gegeben.
Es ist unbedingt die Überfütterung des Hundes zu vermeiden. Dies gilt insbesondere bei älteren Hunden. Viel Bewegung und ausgewogene Ernährung ist absolut notwendig.

Die Nahrung muss enthalten:

* Eiweiß (Menge, Qualität, Aminosäuren)
* Energie (Kohlehydrate, Fette, Eiweiß)
* Fett (Kurzkettige, essentielle Fettsäuren)
* Vitamine
* Mineralien und Spurenelemente
* Wasser

Speisereste gehören normalerweise nicht in den Speiseplan des Hundes (obwohl er fast 15.000 Jahre von den Ab-
fällen der Menschen gelebt hat!). Gegen einen Knochen ab und zu ist wohl nichts einzuwenden. Aber keine Knochen
von Großgeflügel.
 

Einige Worte zur Gesundheit des Hundes

Der Hund ist, wie auch der Mensch, verschiedenen Krankheitserregern ausgesetzt. Um das Risiko ernsthafter Erkrankungen so klein wie möglich zu halten, sind einige Grundsätze einzuhalten. Ein wichtiger Punkt welcher der Krankheitsvorbeugung dient ist die Hygiene. Dazu ist der Hund regelmäßig vom Fang bis Rute gründlich zu untersuchen um eventuelle Auffälligkeiten sofort feststellen und ggf. den Tierarzt aufsuchen zu können. Auf das Allgemeinbefinden und -aussehen ist als erstes zu achten. Ein Fell- oder Haarwechsel tritt normalerweise zweimal im Jahr auf.

Hygiene = Alle Maßnahmen, die der Krankheitsvorbeugung dienen.

Eine Schutzimpfung ist der sicherste Schutz gegen die meisten schweren Erkrankungen, bei denen manche auch zum Tod führen können. Zudem wird meist ein gültiger Impfpass bei Grenzübertritten gefordert.

Beim Hund bestehen folgende Infektionsmöglichkeiten:

* Bakterielle Infektionen (z.B. Leptospirose)
* Virale Infektionen (z.B. Staupe, Tollwut, Leberentzündung, Parvovirose)
* Faktorenerkrankung/Mischinfektionen (z.B. Zwingerhusten)

Merke: Schutzimpfung jährlich wiederholen

Staupe (Viren)
Hepatitis (Viren)
Parvovirose (Viren)
Leptospirose (Bakterien)
Tollwut (Viren)
evtl. Zwingerhusten und Borreliose, FSME (wird durch Zecken übertragen, mit Tierarzt absprechen)

Hautparasiten sind beim Hund nicht selten. Sie können auch andere Erkrankungen übertragen:

* Flöhe (Überträger von Krankheiten wie Bandwurm, Allergien)
* Haarlinge (wie Läuse)
* Läuse (werden i.d.R. durch den Menschen übertragen)
* Milben
* Ohrmilben (Kopf schütteln, Ohren kratzen)
* Räudemilben
* Schuppenfressende Milben
* Zecken (Borrelien, FSME) entfernen mit Zeckenzange

Darmparasiten meist Würmer, gegen die entsprechende Wurmmittel gut wirken:

* Spulwürmer (Wurmkuren ab Welpenalter)
* Hakenwürmer (durch ungünstige Zwingerverhältnisse)
* Peitschenwürmer
* Bandwürmer (Bandwurmglieder mit bloßem Auge auf Kot sichtbar)
* Einzellige Darmparasiten
* Blutparasiten (selten)

Eine Wurmkur 2 bis 3x jährlich ist je nach Haltungsbedingungen ausreichend, aber auch notwendig
 
Zoonosen (von Tier auf Mensch übertragbare Krankheitserreger)
 

* Wanderlarve des Spulwurms (Larva migrans) - Regelmäßige Wurmbehandlungen
* Finnenblase des Fuchsbandwurms (Echinokokkose) - Regelm. Wurmbehandlungen
* Tollwut - Schutzimpfung
* Leptospiren - Schutzimpfung
* Bandwürmer - Regelmäßige Wurmbehandlungen
 

Krankheitsanzeichen des Hundes

Bei folgenden Anzeichen ist dem Hund erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen und evtl. der Tierarzt
einzuschalten:
 

·        Veränderung des Allgemeinbefindens, der Lebhaftigkeit, des Fressens, des Trinkens, der Temperatur

·        Nase > Ausfluss, Krusten

·        Auge > Ausfluss, Reiben, Rötung, Zuzwicken, Veränderung der Hornhaut

·        Fang > Geruch, Speicheln, Zahnstein, Zahnfleischentzündung

·        Ohren > Schütteln, Reiben, Geruch, Sekret, Kopfschiefhaltung

·        Atmung > Husten, Atemgeräusche, Leistungsminderung

·        Verdauung > Erbrechen, Durchfall, Kotdrang, Futterverweigerung, vermehrter Hunger

·        vermehrter Durst, Blut im Kot, Verdacht auf Magendrehung (Erbrechen, unförmige Ausbeulung des Bauches)

·        Harnapparat > Absatzprobleme, Blut im Urin

·        Analbeutel > Schlittenfahren, Analöffnung (Rötungen), Drüsen

·        Haut > Juckreiz, Rötungen, Schuppen, Krusten, Geruch, Haarausfall

·        Bewegungsapparat > Lahmheiten, Schwellungen, Schmerzen

·        Geschlecht > weiblich - nach Läufigkeit beobachten (z.B. Scheinträchtigkeit)

·        Männlich > Prostata bei älteren Hunden (Kot/Urinabsatzprobleme) Hodenabstieg bei Welpen/Junghunden Rötungen, Eitertröpfchen

·        Läufe > Ballen auf Verletzungen prüfen, Krallenpflege

·        Mittlere Temperatur > 38o - 39o (Messung erfolgt immer rektal)

Überhaupt muss intensives, ständig wiederholtes Lecken irgendwelcher Körperteile beobachtet werden !
 

Anzeichen bei Vergiftungen:

Vergiftungen können in mannigfaltiger Form erfolgen (Rattengift, Pflanzengifte usw.). Bei Verdacht auf Vergiftungen ist umgehend der Tierarzt aufzusuchen.

* Speicheln, Befindlichkeitsstörungen, Futterverweigerung, Verengte Pupillen, vermehrte Blutungsneigung (z.B. Zahnfleisch), Häufiges Erbrechen, Bewegungsstörungen

 

1. Hilfe beim Hund

Hier sind einige nützliche Maßnahmen beschrieben, welche bei Unfällen oder Verletzungen getroffen werden sollten.

Wichtig: Falls Sie sich nicht 100% sicher sind - unbedingt den Tierarzt aufsuchen !!!

So können Sie sicher sein, dass auch "versteckte" Schäden an Ihrem Hund entdeckt und behandelt 
werden können !!!

 

Temperaturmessung

Die Temperaturmessung beim Hund erfolgt rektal. Für die Messung können Sie ein normales Fieberthermometer wie das für den Menschen nutzen.

  • Feuchten Sie die Spitze des Thermometers mit etwas Vaseline oder Speiseöl an, um es gleitfähiger zu machen.
  • Heben Sie mit einer Hand den Schwanz des Tieres an und führen Sie das Thermometer mit der anderen vorsichtig etwa 1 cm tief in den After ein. Ich mache immer leichte Drehbewegungen um das einführen zu erleichtern.

Vermuten Sie eine erhöhte Körpertemperatur, können Sie dies zuverlässig nur durch Fiebermessen feststellen. Warme Ohren, Nase, Hautoberfläche sowie eine trockene Nase müssen kein Indiz sein.

Normaltemperatur:

Hund: 37,5 – 39,0 °C ( Welpen bis 39,5 °C )

Blutstillung:

  • Bewahren Sie Ruhe
  • Fixieren Sie den Hund gut, damit er sich nicht bewegen kann
  • Üben Sie direkten Druck mit einem Tupfer oder sauberen Tuch auf die Wundränder aus

Leichte Blutungen

Blutungen, bei denen keine größeren Gefäße verletzt sind (Schürfwunden und oberflächliche Schnittwunden, bei denen die Wunde nicht klafft), werden am besten durch gleichbleibenden, mehrere Minuten andauernden Druck gestoppt. Dazu eignet sich ein steriler Tupfer oder ein sauberes Stück Stoff, welches auf die Wundränder gedrückt wird. .

- Reinigen Sie nicht die Wunde, eh die Blutung gestoppt ist

- Vermeiden Sie reiben oder betupfen der Wunde

Stärkere Blutungen

Ist die Blutung mit einfachen Druck nicht unter Kontrolle zu bringen, müssen Sie einen Druckverband anbringen und schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen.

Sehr starke Blutungen

Kann eine Blutung an den Gliedmaßen oder an der Rute (Schwanz) nicht durch einen Druckverband unter Kontrolle gebracht werden, kann die entsprechende Extremität oberhalb der Verletzung kurzzeitig abgebunden werden. Das Tier muss sofort einem Tierarzt vorgestellt werden.

Lassen Sie die Staubinde nie länger als 10 min angezogen. Kommt es danach nicht zur Verringerung der Blutung, ziehen Sie die Staubinde erneut an.

Wundreinigung und Desinfektion

Eine Reinigung der Wunde sollte nur Erfolgen, wenn die Blutung gestoppt werden konnte, da sonst durch Betupfen und Reiben die Blutung verschlimmert werden kann.

Entfernen des Felles

Schneiden sie das Fell um die Wunde mit einer gebogenen Schere weg. Legen Sie dabei etwas Gaze auf die Wunde, damit keine Haare oder Schmutz auf die Verletzung gelangen.

Es genügt, wenn sie um die Wunde etwa 1- 2 cm Fell entfernen. Bei langhaarigen Rassen muß unter Umständen ein größerer Teil des Haarkleides gestutzt werden.

Reinigung und Desinfektion

Nutzen Sie zur Reinigung von Wunden alkoholfreie Flüssigkeiten, die nicht brennen.

Milde Jodlösungen oder verdünnte Wasserstoffperoxidlösungen (3% tige Lösung, in der Apotheke erhältlich) eignen sich zur Reinigung und gleichzeitiger Desinfektion.

Klafft die Wunde und können Sie die Blutung nicht kontrollieren bzw. sind Fremdkörper in der Wunde, sollten sie ihr Tier einem Tierarzt vorstellen, um Infektionen (z.B.: Tetanus) zu vermeiden.

Magendrehung

Die Magendrehung ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in wenigen Stunden zum Tode des Hundes führen kann. Der Hund muss sofort zum Tierarzt gebracht werden.

Magendrehungen entstehen meist einige Stunden nach dem Füttern. Durch unglückliche Bewegungen kann sich der Magen drehen. Hierbei werden Magenein- und ausgang abgeschnürt, wobei es durch im Magen vorgehende Verdauungsprozesse (Gärung) zu einer Aufgasung des Magens kommt. Durch die Drehung werden auch die Blutgefäße, die den Magen, die Milz, sowie Teile des Dünndarmes versorgen, abgeschnürt.

Vorwiegend sind größere Hunderassen betroffen.

Anzeichen

  • Der Hund ist anfänglich sehr unruhig, hat starke Schmerzen, speichelt viel und versucht erfolglos zu erbrechen, würgt.
  • Der Bauchumfang nimmt ständig zu (oft einseitig).
  • Klopft man auf die Bauchwand, hört es sich an wie eine Trommel.
  • Der Hund leidet unter Atemnot.

Vorbeugen einer Magendrehung

  • Den Hund mehrmals täglich füttern.
  • Nach dem Fressen nicht rumtoben.

 

Schock

Unter Schock versteht man die ungleiche Verteilung des Blutes zwischen dem Fassungsvermögen der Blutgefäße und dem zirkulierenden Blutvolumen. Es kommt zu einer unzureichenden Blutversorgung lebenswichtiger Organe (Gehirn, Nebenniere) und damit zu deren Funktionsstörung. Schock entsteht immer als Folge einer Krankheit oder Unfalls, ist aber nie die Ursache selbst. Die Erkennung und die Behandlung von Schock muss bei der Ersten Hilfe immer an erster Stelle stehen.

Schockformen und ihre Erkennung

Bei jeder Erkrankung oder Verletzung besteht die Möglichkeit, dass sich ein Schockzustand entwickelt.

  1. Kardiovaskulärer Schock (Herzversagen) Entsteht als Folge von Schädigung des Herzens (akute und chronische Herzerkrankungen)
  2. Hypovolämischer Schock (Flüssigkeitsverlust) Entsteht als Folge von starkem Blut- bzw. Flüssigkeitsverlust (äußere und innere Verletzungen, anhaltende Durchfälle, Erbrechen, Verbrennungen, Erfrierungen)
  3. Septischer Schock Tritt häufig bei Jungtieren als Folge von schwerwiegend bakteriellen Infektionen auf
  4. Anaphylaktischer Schock (Allergie) Entsteht als Folge von allergischen Reaktionen
  5. Neurogener Schock (Nervenstörungen) Entsteht durch starke Schmerzen oder Schädelverletzungen (Zerrung der Eingeweide, Quetschung der Hoden, extrem psychische Belastungen bei Unfälle)

Anzeichen

Die auslösenden Faktoren für einen Schockzustand sind zwar sehr verschieden doch sind die Symptome nahezu gleich, sie können einzeln oder in Kombinationen auftreten:

  • Besonders zu achten ist auf allgemeine Schwäche, Bewegungsunlust oder -unfähigkeit.
  • Der Hund macht einen leicht abwesenden und geschwächten Eindruck.
  • Es kommt zu Verlust des Stehvermögens, Durst, eventuell Erbrechen.
  • Bei schweren Schockzuständen kann das Tier auch bewußtlos sein.
  • Die Hauttemperatur ist herabgesetzt besonders an den Akren, die Schleimhäute (Zunge, Zahnfleisch) und die Haut sind blaß bis bläulich verfärbt (Zyanose).
  • Der Hund atmet schnell und oberflächlich.
  • Erhöhte Herzfrequenz

Erste Hilfe – Maßnahmen

  • Legen Sie den Hund auf die Seite (möglichst auf eine Decke).
  • Ist das Tier noch in der Lage selbständig zu trinken, bieten Sie ihm Flüssigkeit an. (nicht bei bewußtlosen Tieren)
  • Strecken Sie den Kopf des Tieres und achten Sie darauf, dass der Hund frei atmen kann (eventuell Zunge hervorziehen, Erbrochenes entfernen).
  • Lagern Sie den hinteren Körperteil hoch (Polster unterlegen).
  • Wickeln Sie das Tier in eine Decke, um es warm zu halten (Wärmeregulation des Körpers funktioniert nicht mehr).
  • Versuchen Sie starke Blutungen zu stoppen.
  • Sofort dem Tierarzt vorstellen

Bißwunden

Bißwunden sind meist die Folge von Raufereien zwischen Tieren (Katze/ Hunde). Hunde verursachen dabei durch ihre Fangzähne tiefe lochförmige Verletzungen, bei denen sogar Teile der Haut abgerissen werden können oder sich Wundhöhlen bilden. Sie treten am häufigsten am Hals, an der Schulter und an den Läufen auf. Oft sieht man Bißverletzungen an der Hautoberfläche nur als kleine runde Löcher, die meist kaum oder gar nicht bluten. Oftmals sind aber darunterliegende Gewebe stark in Mitleidenschaft gezogen.
Gefährlich bei Bißwunden ist, die Übertragung von Infektionen durch den bakterienhaltigen Speichel der Tiere und durch das Eindringen pathogener Erreger aus der Umwelt.

Anzeichen:

  • Schmerzhafte Stellen und Blutspuren im Fell, achten sie auf eventuellen Gegenbiß (Tiere haben wie der Mensch einen Unter- und Oberkiefer)

Erste Hilfe – Maßnahmen:

  • Verhindern Sie ein Lecken des Tieres an der Wunde
  • Blutstillung
  • Entfernung der Haare
  • Wundreinigung, Wunddesinfektion
  • Anbringen eines Verbandes
  • eventuell Tierarztbesuch

Insektenstiche

Insekten (Bienen, Wespen, Hornissen) lösen durch ihre Stiche und Gifte lokale Entzündungsreaktionen des Körpers aus, die den ganzen Körper betreffen können. Insektenstiche sind sehr schmerzhaft und können unter Umständen eine Lebensgefahr für das Tier darstellen.

Sticht das Insekt den Hund im Maul oder Rachenraum (Tier versucht Insekten zu fangen und verschluckt diese), kann es zu Schwellungen kommen, die welche Atmung erschweren. Auch bei Tieren kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen.

Anzeichen

  • Das Tier wird unruhig und beleckt sofort die Wunde.
  • Die Stichstelle erkennen Sie daran, dass das Tier sehr schmerzhaft reagiert, wenn Sie diesen Bereich betasten.
  • Die Haut bzw. Schleimhaut um die Einstichstelle ist gerötet und meist geschwollen.

Erste Hilfe – Maßnahmen

  • Entfernen Sie, wenn möglich den Stachel mit einer Pinzette.
  • Kühlen Sie die verletzte Stelle mit einem Eisbeutel oder Kühlakku (nicht direkt – Erfrierungsgefahr)
  • Eventuell Tierarztbesuch

Sie müssen nach jedem Insektenstich mit allergischen Reaktionen rechnen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Schockgeschehen kommen.

 

Ernstfall

Anzeichen / Symptome Was ist zu tun?
Der Hund jault und versucht sich an der Pfote zu lecken Den Hund beruhigen, auf die Seite legen und die Pfote genau untersuchen. Vermutlich ein Schnitt oder ein Fremdkörper. Wenn ein (Auto-)Verbandkasten vorhanden ist, eine Mullkompresse nehmen und nicht zu fest mit einer Binde an der Pfote fixieren. Als Ersatz ein T-Shirt, Unterhemd oder anderes, möglichst sauberes Stück Stoff umbinden und schnellstens zum Tierarzt. KEIN Papiertaschentuch nehmen, da dieses fusselt und der Arzt dann evtl. nicht nähen kann!
Der Hund speichelt stark, leckt sich das Maul und kratzt mit der Pfote daran. Der Hund hat vermutlich ein Stöckchen oder ein Stück Knochen oder ähnliches zwischen den Zähnen klemmen. Den Hund beruhigen, auf die Seite legen, den Fremdkörper entfernen.
Der Hund winselt, legt sich auf den Boden, kratzt evtl. mit der Pfote an einer Stelle, bekommt Ausschlag (Bauch, Schenkelinnenseite) Der Hund wurde von einer Wespe oder Biene gestochen. Stich sofort mit Essig betupfen, um das Gift zu neutralisieren, bei schnell auftretendem, starkem Ausschlag zum Tierarzt, da der Hund offensichtlich allergisch auf das Bienengift Histamin reagiert. Nach einer Behandlung ist alles schnell vorüber.
Der Hund ist stark apathisch (Lustlos, schlapp), Körpertemperatur unter Normal, im Maul kann man auf den Schleimhäuten kleine, ca. Stecknadelkopfgroße rote Punkte (Blutungen) sehen, es riecht evtl. nach Bittermandel Evtl. Speicheln Höchste Eile! Ab zum Tierarzt! Der Hund hat irgendwo Rattengift gefressen! wenn nicht schnellstens ein Gegengift verabreicht wird, verblutet der Hund innerlich.
Der Hund winselt, japst nach Luft, schwankender Gang, geschwollene Schleimhäute im Bereich des Maules Der Hund hat vermutlich an einer Kröte gerochen/geleckt. Diese sondern dann ein Gift ab, das sie dem Hund ins Gesicht spritzen. Dieses bewirkt die Schwellung und die Schmerzen. Den Kopfbereich kühlen, mit klarem Wasser spülen (nicht in die Ohren!) und zum Tierarzt.
Der Hund hat nach dem Fressen herumgetollt und kurz aufgejault. Kurze Zeit später (10-30 Minuten) beginnt der Hund immer dicker zu werden, beim abklopfen hört es sich hohl wie eine Trommel an Sofort zum Tierarzt! Der Hund hat eine Magendrehung. Der Magen des Hundes ist abgeschnürt und die Nahrungsteile beginnen zu gären. Wenn der Hund nicht schnellstens zum Tierarzt kommt, besteht Lebensgefahr!!

 

Quelle: http://www.tierservice.de/

 

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5. Literaturnachweis

Bücher:

 Aldington, Eric, Von der Seele des Hundes, 1986

Aldington, Eric, Was tu ich nur mit diesem Hund, 1994

Aldington, Eric, Von der Gesundheit des Hundes, 1996

Arzt Volker/Immanuell Birmeling, Haben Tiere ein Bewusstsein?, 1993

Baumann, Thomas, Neue Wege der Polizeihundausbildung, 1996

Bloch, Günter, Der Familienhund im modernen Hausstand, 2001

Feddersen-Petersen, Dorit, Hundepsychologie, 1989

Hartmann/Steidl, Patient Hund, 1998

Kühl, Christian, Die Körpersprache der Haustiere, 1989

Lorenz, Konrad, So kam der Mensch auf den Hund

Mech, L. David, Der weisse Wolf, 1990

Neuhaus, Irmgard, Basiswissen Psychologie, 1975

Palmer, Joan, Hunde der Welt, 1994

Stephanitz, Rittmeister v., Max, Der Deutsche Schäferhund
in Wort und Bild, 1901/1932

Trumler, Eberhard, Hunde ernst genommen, 1974

Ullmann, Hans-J., Hunde

Wood, Daniel, Wölfe, 1997

Zimen, Erik, Der Hund, 1988

Zimen, Erik, Der Wolf, 1990

Zeitschriften:

Science, 1997

Wolf Magazin, Gesellschaft zum Schutz der Wölfe

Unser Rassehund , Verband für das Deutsche Hundewesen

Deutsches Hundemagazin

Partner Hund

Weiterhin stammen viele Informationen von erfahrende Hundehaltern und Hundezüchtern sowie aus dem Internet. 
Auch eigene Erfahrungen von vielen Seminaren und Vorträgen trugen dazu bei. Nicht zuletzt halfen mir auch die 
jahrelangen Beobachtungen an meinen drei Hunden Zusammenhänge zu verstehen.

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